Sonntag, 8. Mai 2022

„In ,Mutter‘ steckt der Mut – auch der, sich neu zu erfinden“

Kaum eine Rolle sei so ideologisch aufgeladen wie die der Mutter: „Sie soll liebevoll, hingebungsvoll, geduldig, rundum für die Kinder da sein, zugleich alles unter einen Hut bringen, am besten noch neben der Fürsorgearbeit den Haushalt schmeißen und einer Arbeit nachgehen. Und natürlich sollte sie in ihrer Rolle glücklich sein“: Dabei sei die Realität komplexer. Gedanken zum Muttertag, zusammengefasst vom Netzwerk der Eltern-Kind-Zentren Südtirols.

Herausforderungen gemeinsam schultern, Freude teilen: Gedanken zum Muttertag. - Foto: © shutterstock

„Jede Mutter weiß, dass die Realität anders ist, komplexer, geprägt von Erwartungen und Druck von der Gesellschaft und einem selbst, denen es teilweise unmöglich ist, gerecht zu werden“, schreibt das Netzwerk der Eltern-Kind-Zentren: „Nicht nur die Familien sind kleiner geworden, die gesamte Fürsorgearbeit hängt nach wie vor stark ungerecht verteilt an den Müttern. Kinderarzt wählen, Eingewöhnung machen, zum Elternsprechtag gehen, das Geburtstagsgeschenk organisieren, Heile-Heile-Segen nach dem Aua, die Gute-Nacht-Geschichte“: All dies werde großteils selbstverständlich von Müttern erledigt und gehe mit einem hohen Grad an mentaler Anstrengung einher.

Solange Mütter all die Fürsorgearbeit gern machten und auch finanziell abgesichert seien, sei das auch zu befürworten und wertzuschätzen. Doch werde teilweise so getan, als wäre es natürlich und selbstverständlich für eine „gute“ Mutter, sich über die eigenen Grenzen hinweg und auf Kosten ihres Einkommens und ihrer Rente aufzuopfern, schreibt das Netzwerk der Eltern-Kind-Zentren. „Sehr viel weniger wird im Vergleich von einem ,guten‘ Vater erwartet.“

„Gesunde Familien die Basis einer gesunden Gesellschaft“

Daher der Aufruf: „Dass jede Mutter und alle Mütter gemeinsam sich von den Erwartungen an die Mutterrolle lösen und mutig für Rollen- und Wahlfreiheit eintreten.“ Jeder Mann, der heute seine Mutter ehre, solle sich fragen, was er dazu beitrage, dass seine Mutter und die Mutter seiner Kinder und die Töchter (Mütter von morgen) Frau und Mutter sein dürfen, wie sie es wollen, ohne dabei überlastet und finanziell benachteiligt zu werden.

Abschließend bleibe der Appell an die Akteure aus Politik, Gesundheit, Wirtschaft und Soziales die Familienthemen Vereinbarkeit, Chancengerechtigkeit und die Gesundheit als gemeinsame Herausforderung und Querschnittsaufgabe zu sehen und anzugehen: „Denn gesunde Familien sind die Basis einer gesunden Gesellschaft und gesunde Mütter eine Voraussetzung dafür.“

Auch interessant: Südtirol und das Trentino sind laut einer neuen Studie besonders mütterfreundlich.


Wissenswertes zur Bedeutung des Wortes „Mutter“ finden Sie hier.

stol

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