Mittwoch, 23. September 2015

In Südtirols Naturparks darf auch weiterhin gejagt werden

Es bleibt beim „Waidmannsheil“ in Südtirols Naturparks: Dem hat die Zwölferkommission in Rom am Mittwoch zugestimmt. Damit ist das Land Südtirol auch weiterhin für die Jagd in denjenigen Naturparks zuständig, die es eingerichtet hat. 46 Jagdreviere bleiben somit bejagbar.

„Bleifreie“ Naturparks könnte es demnächst im Trentino geben. In Südtirol fruchteten die Bemühungen, ein komplettes Jagdverbot in den Naturparks zu verhindern.
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„Bleifreie“ Naturparks könnte es demnächst im Trentino geben. In Südtirol fruchteten die Bemühungen, ein komplettes Jagdverbot in den Naturparks zu verhindern.

Südtirol hat in der Causa vorgegriffen und gepunktet.

Am 23. Oktober will das Verfassungsgericht nach einer Klage aus dem Trentino entscheiden, ob in geschützten Gebieten die Jagd noch ausgeübt werden darf. Das Verwaltungsgericht Trient hatte eine solche Regelung nämlich in Frage gestellt und die Anwendbarkeit der staatlichen Bestimmungen, die die Jagd in regionalen Naturparks verbieten, vertreten.

46 Jagdreviere wären unbejagbar

Weil die Antwort des Gerichts Ende Oktober „Nein“ lauten dürfte, haben die hiesige Landesregierung und Zwölferkommission mit Hochdruck an einer Lösung für Südtirol gearbeitet. Immerhin liegen 120.000 Hektar und somit ein Fünftel der jagdbaren Fläche in Südtirol in Naturparks. Betroffen wären 46 Jagdreviere, die dann „bleifrei“ werden müssten.

 

 

Nun ist die Lösung da. In einer Durchführungsbestimmung wird klargestellt, dass ein Jagdverbot in Naturparks hierzulande nicht gilt.

Ja zur Ausnahme-Regelung für Südtirol 

"Die Jagd in unseren Naturparks bleibt weiterhin zulässig, was für die Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts von großer Bedeutung ist." Das erklärte Senator Karl Zeller, Mitglied der Zwölferkommission, nach der Genehmigung der Durchführungsbestimmung. 

"Da auch das erforderliche positive Gutachten des Umweltministeriums vorliegt, wird der Erlass dieser Durchführungsbestimmung seitens Ministerrats in Kürze erfolgen", ist Zeller überzeugt. 

Keine Lösung in Sachen Murmeltier- und Steinbock-Abschuss

Noch offen ist eine Lösung bei Jagdzeiten und jagdbaren Wildarten. Auch da soll ein Weg zu Ausnahmen für Südtirol gefunden werden.

Trotz primärer Zuständigkeit für die Jagd, scheiterten bisher alle Südtiroler Versuche, dort Ausnahmen (z.B. Murmeltier, Steinbock) zu erreichen, am Verfassungsgericht. Dieses legte 1993 fest, dass die Liste der jagdbaren Wildarten laut Staatsgesetz als Grundsätze der wirtschaftlich-sozialen Reform anzusehen sind.

"In diesem Punkt müssen die Verhandlung vor allem auf politischer Ebene weiter geführt werden, um zu erwirken, dass z.B. in Bezug auf die Überpopulation an Steinböcken und Murmeltieren Abhilfe geschaffen werden kann", so Zeller.

Die 12-er-Kommission hat einen neuen Lösungsvorschlag an das Umweltministerium weitergeleitet und "wir hoffen, dass das Ministerium diesem zustimmt", so Zeller.

stol/ker

stol