Innenministerin Anna Maria Cancellieri kündigte am Mittwoch an, dass man auf dieses Datum hinarbeite. Das definitive Datum hänge aber davon ab, wann die beiden Kammern aufgelöst werden, betonte Cancellieri. Damit geraten mehrere Parteien bei der Erstellung der Kandidatenlisten unter Druck. So will der Partito Democratico zuvor Basiswahlen abhalten. Die Listen der Kandidaten müssen aber mindestens 35 Tage vor dem Beginn der Parlamentswahl hinterlegt werden.Deshalb hat der PD die Vorwahlen für die Bestimmung der PD-Kandidaten für das Parlament auf den 29. und 30. Dezember vorgezogen."Movimento 5 stelle" unter DruckWährend der PD verstärkt auf interne Demokratie setzt, gerät die Protestbewegung "Movimento 5 stelle" wegen des eisernen Führungsstils seines Gründers Beppe Grillo arg unter Druck. Der Komiker wies Federica Salsi, Gemeinderatmitglied seiner Bewegung in Bologna, und den Regionalparlamentarier der Region Emilia Romagna, Giovanni Favia, aus der Gruppierung aus. Die beiden hatten in den vergangenen Tagen Grillo wiederholt despotisches Verhalten vorgeworfen. „Ich wünsche den beiden, ihre erfolgreiche Tätigkeit als Lokalpolitiker außerhalb unserer Bewegung fortzusetzen“, kommentierte Grillo ironisch. Salsi reagierte pikiert. „In der Bewegung geht es noch schlimmer zu als in den Traditionsparteien“, protestierte sie. Sie werde ihren Sitz im Gemeinderat von Bologna aber nicht aufgeben und als Unabhängige weitermachen.PdL-Abgeordnete vor dem Absprung?Spannungen herrschen auch im PdL um Silvio Berlusconi. Mehrere Schwergewichte der Partei wehren sich gegen die Pläne des Medienzaren, die Mitte-rechts-Partei zu verschrotten und sie durch die alte Forza Italia zu ersetzen, mit der er 1994 in die Politik gegangen war. Mehrere Parlamentarier sind Indiskretionen zufolge entschlossen, den PdL zu verlassen, um sich einem Zentrumsblock um Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo anzuschließen, der eine zweite Regierung Monti unterstützen will. Der PdL schmiedet Wahlallianzen in Hinblick auf die Parlamentswahlen, wird jedoch sehr wahrscheinlich auf eine Wiederbelebung des Bündnisses mit der Lega Nord verzichten müssen. Lega-Chef Roberto Maroni stellte den Verzicht von Berlusconis Premierkandidatur als Bedingung für einen Neuauflage der Allianz mit dem PdL, die im November 2011 in die Brüche gegangen war.stol/mit