Von einem gefestigten Stimmungsbild in der Landeshauptstadt des Bundeslandes Tirol ist man nämlich meilenweit entfernt. <b>Von Uwe Schwinghammer</b><BR /><BR />Kommt derzeit die Rede auf die Innsbrucker Gemeinderatswahlen, so begegnet man sehr oft Ratlosigkeit: Wen wählen? Dabei ist der Urnengang nur mehr wenige Tage entfernt. Von einem gefestigten Stimmungsbild ist man in der Landeshauptstadt des Bundeslandes Tirol aber dennoch meilenweit entfernt.<BR /><BR /><BR />Das mag daran liegen, dass sich viele der wahlwerbenden Parteien in den letzten 6 Jahren das Leben gegenseitig richtig schwer gemacht haben. Es wurde gestritten, was das Zeug hielt. <BR /><BR />Oft auf dem Rücken der Bürger. Glücklich sind viele Innsbruckerinnen und Innsbrucker daher mit der vorhandenen Auswahl nicht. Und das, obwohl sich 13 Parteien und ebensoviele Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten am 14. April der Wahl stellen.<BR /><BR />Auch bisher waren mit Abspaltungen schon 12 Fraktionen im Innsbrucker Gemeinderat vertreten. Dies führte dazu, dass im Oktober 2023 das Wahlgesetz geändert und eine 4-Prozent-Hürde geschaffen wurde.<BR /><BR /> Politologen glauben daher, dass beinahe die Hälfte der angetretenen Parteien bei diesen Wahlen nicht ausreichend Stimmen für einen Wiedereinzug erhalten könnten. Jedenfalls bangen müssen alle Kleinparteien wie KPÖ, TUN, DU-I, ALI, Gerechtes Innsbruck, aber auch die NEOS oder die Liste Fritz.<BR /><h3> Tiefer Wahlkampf </h3>Ob das Regieren mit weniger Parteien im Gemeinderat einfacher wird, bleibt abzuwarten. Im Wahlkampf jedenfalls gibt es derzeit keine Schonung. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1017363_image" /></div> <BR />Es gilt die Losung frei nach einen Herbert-Grönemeyer-Lied: Jeder gegen jeden, Hauptsache es knallt. So ließ Rudi Federspiel von den Freiheitlichen dem bürgerlichen Bürgermeisterkandidaten Florian Tursky ausrichten: „Wer immer nur Politslalom fährt, fädelt irgendwann ein.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1017366_image" /></div> <BR /> Und den amtierenden Bürgermeister Georg Willi nannte Federspiel „Sesselkleber Willi“. Die Grünen wiederum bezeichneten den Freiheitlichen Spitzenkandidaten Markus Lassenberger als „Mini-Kickl“. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1017369_image" /></div> <BR /><BR />Der Ton unter den Parteien ist also ruppig, die Nerven liegen blank.<BR />Laut einer jüngsten Umfrage liegt bei jenen, die gerne Bürgermeister werden wollen, Markus Lassenberger von den Freiheitlichen mit 21 Prozent vor dem amtierenden Bürgermeister Georg Willi mit 19 Prozent.<BR /><BR /> Allerdings wurde diese Umfrage von den Grünen in Auftrag gegeben, wohl nicht zuletzt, um die Wählerschaft zu mobilisieren. So warnt Georg Willi vor einem Durchmarsch der Freiheitlichen bei allen anstehenden Wahlen in diesem Jahr (Europaparlament und Nationalrat).<BR /><BR />Anders hingegen eine Umfrage der FPÖ: Sie sieht zwar ebenfalls Lassenberger mit 21 Prozent an der Spitze, allerdings gefolgt vom Neuen Innsbruck bzw. Florian Tursky. <BR /><BR />Aus ÖVP, Für Innsbruck und dem Seniorenbund hatte sich vergangenen Herbst die Gruppierung „Das Neue Innsbruck“ mit Florian Tursky an der Spitze gebildet. Tursky, mit klassischer ÖVP-Karriere, war zuletzt in Wien in der Regierung Staatssekretär für Digitalisierung. In Tirol und Innsbruck ist er allerdings weitgehend unbekannt.<BR /><h3> Spaltung statt Einigung </h3>Die Krönung Turskys zum Spitzenkandidaten des bürgerlichen Bündnisses hatte ÖVP-intern für gewaltigen Wirbel gesorgt, hatte doch der bisherige Vizebürgermeister Johannes Anzengruber fix damit gerechnet, in das Rennen um den Bürgermeistersessel zu gehen. <BR /><BR />Statt der erhofften Einigung gab es daher eine neuerliche Spaltung. Anzengruber tritt nun mit seiner eigenen Liste „JA – Jetzt Innsbruck“ an. Fest steht, dass der ehemalige Wirt der bekannten Arzler Alm oberhalb von Innsbruck in weiten Kreisen der Bevölkerung beliebt ist. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1017372_image" /></div> <BR /><BR />Viele, die Georg Willi nicht mehr als Bürgermeister haben wollen, sehen in Anzengruber die bessere Alternative als in Lassenberger oder Tursky. Kein Wunder also, dass FPÖ und „Neues Innsbruck“ schon vor einer Koalition Grün-Rot-Anzengruber warnen.<BR /><BR />Bleibt als letzte noch halbwegs realistische Kandidatin auf das Stadtoberhaupt Elli Mayr von der SPÖ. Mayr ist in der aktuellen Regierung Stadträtin und unter anderem für Kindergärten und Volksschulen sowie Sportstätten zuständig. Hier legte sie sich auch mächtig ins Zeug. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1017375_image" /></div> <BR />Angesichts eines Wahlerfolges der Sozialdemokraten vor wenigen Wochen in Salzburg hofft man nun auch in Innsbruck auf ein rotes Wunder.<BR />Bürgermeister-Stichwahlen 14 Tage nach dem ersten Urnengang sind jedenfalls schon fix.<BR />