Dienstag, 19. Juli 2016

Integration: Fördern und Fordern

Am Dienstag hat Integrationslandesrat Achammer der Landesregierung die Integrationsvereinbarung sowie die Kriterien zur Förderung der Integration vorgestellt.

Philipp Achammer ging bei der Pressekonferenz des Landeshauptmanns am Dienstag auf das Thema "Integration" ein. - Foto: LPA; Ingo Dejaco
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Philipp Achammer ging bei der Pressekonferenz des Landeshauptmanns am Dienstag auf das Thema "Integration" ein. - Foto: LPA; Ingo Dejaco

Laut Daten des Landesinstituts für Statistik Astat lebten Ende 2015 in Südtirol 46.454 Ausländer aus 136 verschiedenen Nationen. Wenngleich kulturelle Vielfalt in Südtirol noch nicht Normalität ist, so ist Diversität sicherlich eine Realität, schreibt das Landespresseamt am Dienstag in einer Aussendung. Integration sei daher ein gesellschaftliches Anliegen und eine Schlüsselaufgabe unserer Zeit.

Philipp Achammer: "Ziel ist friedliches Zusammenleben"

"Unsere Überzeugung war es, dass ein politischer Rahmen geschaffen werden muss, damit Integration mit dem Ziel eines friedlichen Zusammenlebens gelingen kann", betonte Landesrat Philipp Achammer bei einer Pressekonferenz am Dienstag und führte an, dass es dabei insbesondere um die Umsetzung zweier Prinzipien gehe: um das Fordern und Fördern sowie um Integration durch Leistung.

Bereits mit dem Landesgesetz "Integration ausländischer Bürgerinnen und Bürger" aus dem Jahr 2011 wurden die Weichen für die Integrationsarbeit in Südtirol gestellt.

Darauf aufbauend sind in einem mehrgliedrigen Prozess unter Einbeziehung der Bürgern sowie von Multiplikatoren und gesellschaftlichen Akteuren die Grundsätze, Leitlinien und Ziele in den verschiedenen Handlungsfeldern erarbeitet worden, die schließlich in die Integrationsvereinbarung eingeflossen sind, sagte der Landesrat und weiter: "Es war unser Ziel, möglichst viele auf dem Weg mitzunehmen".

"Zusammenleben in Südtirol"

Der daraus hervorgegangene Entwurf der Integrationsvereinbarung mit dem Titel "Zusammenleben in Südtirol – Wir vereinbaren Integration" wurde vom Landesintegrationsbeirat bereits am 16. Juni dieses Jahres gutgeheißen.

Dem Landesintegrationsbeirat gehören 18 Mitglieder an. Acht davon vertreten auf der Basis einer gleichwertigen Repräsentanz der verschiedenen Herkunftsländer die neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger, während die weiteren Mitglieder verschiedenen Abteilungen der Landesverwaltung, den Gemeinden, den Gewerkschaftsorganisationen, den Arbeitgeberorganisationen sowie ehrenamtlichen Organisationen angehören.

Am Dienstag hat Landesrat Achammer den Mitgliedern der Landesregierung den Entwurf der Integrationsvereinbarung sowie die Kriterien zur Förderung des Integrationsprozesses auf Gemeindeebene vorgestellt.

Allgemeine Leitlinien festgelegt

Die Integrationsvereinbarung legt unter dem Motto "Integration fordern und fördern" die allgemeinen Leitlinien für die Integrationsarbeit in Südtirol fest.

"Integration verpflichtet zu Leistungsbereitschaft und Eigeninitiative", sagte Achammer. Der Bereich des Förderns beinhalte mehrere Aspekte, berichtete der Landesrat, insbesondere den Bereich Spracherwerb, die Anerkennung von Qualifikationen, die Partizipation und Mitsprache oder die interkulturelle Mediation.

Besonders die Angebote an Sprachkursen gelte es noch auszubauen, gab Achammer zu bedenken. Was das Fordern anbelangt, so gehe es vor allem darum, Integrationsbereitschaft wertzuschätzen: "Zusatzleistungen des Landes, die über die Grundleistungen hinausgehen, sollen in Zukunft an die Integrationsbereitschaft geknüpft werden, die im wesentlichen aus dem Spracherwerb bestehen wird", teilte der Landesrat mit.

Im Rahmen der Dienstagsitzung hat die Landesregierung dem Landesrat den politischen Auftrag erteilt, eine entsprechende Regelung auf juridischer Basis prüfen zu lassen und dann der Landesregierung vorzulegen.

Geld für Gemeinden

Philipp Achammer betonte in der Sitzung, dass Integration auf lokaler stattfinde - dafür gebe es auch den Leitfaden für Gemeindereferenten, den die Koordinierungsstelle für Integration ausgearbeitet hat. Achammer stellte in der Sitzung auch die Beitragsförderungen für Gemeinden in diesem Zusammenhang ein.

Beide Dokumente haben die Mitglieder der Landesregierung am Dienstag genehmigt.

stol/lpa

stol