Ein Sprecher des Regionalkommandos der US-Streitkräfte für den Nahen Osten (CENTCOM) erklärte, die jüngsten „Angriffe zur Selbstverteidigung“ dienten dem Schutz der Truppen vor Bedrohungen durch das iranische Militär. Die US-Armee übe sich im Rahmen der aktuellen Waffenruhe in Zurückhaltung, verteidige aber ihre eigenen Verbände.<BR /><BR />Iranische Medien berichteten, es habe nach einem US-Angriff im Bereich der Insel Larak in der Straße von Hormuz mehrere Tote gegeben. Das US-Militär machte zunächst keine Angaben zu möglichen Opfern und nannte keine weiteren Details zu den Angriffen auf iranische Ziele.<BR /><BR />Die iranischen Revolutionsgarden behalten sich unterdessen das Recht auf Vergeltung für jegliche Verletzungen der Waffenruhe durch die USA vor. Dieses Recht sei legitim, erklärte die Elite-Einheit staatlichen Medien zufolge am Dienstag. Zudem melden die Garden, dass Luftabwehreinheiten eine US-Drohne des Typs MQ-9 abgeschossen hätten. Sie hätten außerdem das Feuer auf einen Kampfjet eröffnet, der in den iranischen Luftraum eingedrungen sei.<h3> „Viel hin und her“</h3>Zu einem möglichen Abkommen mit Teheran und den geplanten Verhandlungen in Katar sagte US-Außenminister Rubio vor Journalisten: „Es gibt viel Hin und Her bezüglich bestimmter Formulierungen (...), deshalb wird es wohl noch ein paar Tage dauern.“ US-Präsident Donald Trump habe „den Wunsch geäußert, eine Einigung zu erzielen“, fügte Rubio in Jaipur hinzu. „Er wird entweder einen guten Deal abschließen - oder gar keinen.“<BR /><BR />Zugleich forderte Rubio von Teheran erneut die Öffnung der Straße von Hormuz: „Sie wird am Ende offen sein - auf die eine oder andere Weise.“ Das iranische Vorgehen in der für die Weltwirtschaft wichtigen Meerenge sei „rechtswidrig und illegal - es ist für die Welt untragbar und nicht akzeptabel“.<BR /><BR />Teheran fordert unterdessen die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte. Mit Inkrafttreten eines Rahmenabkommens zwischen den Kriegsparteien müsste die Hälfte von insgesamt 24 Milliarden Dollar (rund 21 Milliarden Euro) zur Verfügung gestellt werden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim am Dienstag unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle des iranischen Vermittlerteams.<BR /><BR />Die restliche Summe müsse innerhalb einer 60-Tage-Frist, die für das Rahmenabkommen von beiden Kriegsparteien genannt wurde, überwiesen werden, hieß es bei Tasnim weiter. Auch die Agentur FARS berichtete, ohne eine Freigabe von Geldern sei keine Einigung möglich.<BR /><BR />Erst am Montag war eine hochrangige iranische Delegation um den Verhandlungsführer und Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf im Golfstaat Katar zu Gesprächen. Dabei sei es nach Tasnim-Informationen auch um die Durchsetzung der Forderung gegangen. In Katar sind iranische Einnahmen des sanktionierten Ölgeschäfts eingefroren.<h3> Iran : Über 400 Kilogramm hochangereichertes Uran</h3>Schätzungen über die Menge der weltweit eingefrorenen iranischen Mittel gehen weit auseinander. Diese schließen teilweise Immobilien oder Buchungswerte mit ein, die in der Realität weniger wert sein könnten. Woher die iranische Zahl von 24 Milliarden Dollar stammt, blieb zunächst unklar.<BR /><BR />Erklärtes Kriegsziel der USA und Israels ist es, den Iran davon abzuhalten, Atombomben zu entwickeln. Besonders kritisch sieht die US-Regierung dabei Irans Anreicherung von Uran, das als Rohstoff zum Bombenbau dienen könnte. Trump erklärte in sozialen Medien, der Iran müsse sein bisher angereichertes Uran entweder „sofort“ zur Vernichtung an die USA übergeben oder etwa einer Zerstörung unter Aufsicht im Iran zustimmen.<BR /><BR />Der Prozess solle von Atomenergie-Experten überwacht werden, schrieb Trump und verwies dabei auf die „Atomenergie-Kommission“. Unklar war zunächst, ob er damit eine US-Behörde oder möglicherweise die Internationale Atomenergie-Organisation IAEA mit Sitz in Wien meinte.<BR /><BR />Der Iran verfügt über mehr als 400 Kilogramm hochangereichertes Uran, das relativ leicht in waffenfähiges Material umgewandelt werden könnte. Das radioaktive Material soll infolge von US-Angriffen auf unterirdische Lagerstätten aber tief unter Schutt begraben sein. Trump machte nicht deutlich, ob er bei seiner Forderung nach einer Zerstörung des angereicherten Urans nur diesen Vorrat meinte oder auch Uran-Bestände mit einem niedrigeren Grad der Anreicherung.<BR /><BR />Die USA können sich nach einer Erklärung auf dem Telegram-Kanal des obersten iranischen Führers Ayatollah Mojtaba Khamenei künftig nicht mehr auf den Schutz ihrer Militärstützpunkte durch die Golfstaaten verlassen. Es werde für die USA in der Region keinen sicheren Hafen mehr geben, betont Khamenei in der Mitteilung.<BR /><BR />Khamenei war zum Nachfolger seines Vaters ernannt worden, nachdem dieser zu Beginn des Kriegs getötet worden war. Er soll allerdings selbst verletzt worden sein. Öffentlich ist er seit seiner Ernennung nicht in Erscheinung getreten, was Spekulationen über seinen Gesundheitszustand schürt.