Samstag, 09. November 2019

Iran beginnt mit Urananreicherung in Fordo

Der Iran hat, wie angekündigt, nach über 4 Jahren die Urananreicherung in der Atomanlage Fordo südlich von Teheran wieder aufgenommen. Das gab der Sprecher der iranischen Atombehörde, Behrouz Kamalvandi, am Samstag bekannt.

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M it der Urananreicherung in Fordo soll der Druck auf die Vertragspartner erhöht werden. - Foto: © APA (AFP) / HO

Mit der Urananreicherung in Fordo verstößt der Iran bewusst gegen das internationale Atomabkommen von 2015. Die Führung in Teheran will damit den Druck auf die verbliebenen Vertragspartner erhöhen, ihre Verpflichtungen aus dem Atom-Deal nachzukommen.

Nachdem Mitte der Woche Uran-Gas in die 1044 Zentrifugen in Fordo eingeleitet worden sei, habe nun auch die Urananreicherung bis zu einem Anreicherungsgrad von 4,5 Prozent begonnen, sagte Kamalvandi.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien sei über alle Schritte in Fordo in Kenntnis gesetzt worden, IAEA-Inspektoren seien auch an Ort und Stelle präsent und überprüften den Prozess. Die iranische Atombehörde hat zu dem Anlass auch einheimische Medienvertreter nach Fordo eingeladen, ausländische Journalisten durften an diesem Programm nicht teilnehmen.

Laut Wiener Atomvertrag sollte Fordo nur für wissenschaftliche Projekte genutzt werden, die Zentrifugen dort durften ohne die Einleitung von Gas lediglich getestet werden.

Westliche Geheimdienste haben der iranischen Führung mehrfach vorgeworfen, die unterirdische Atomanlage für militärische Zwecke zu nutzen. Daher war auch die Umwandlung der Anlage in ein Forschungszentrum einer der Kernpunkte bei den Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den fünf UNO-Vetomächten – China, Frankreich, Großbritannien, Russland und USA – sowie Deutschland.

Die USA waren Anfang Mai 2018 einseitig aus dem Atomvertrag ausgestiegen. Seitdem versucht die US-Regierung mit einer Politik des „maximalen Drucks“, den Iran zu einer Neuverhandlung des Atomabkommens mit schärferen Auflagen zu bewegen.

apa/dpa

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