Die Schließung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge sei ein „erster Schritt“, hieß es weiter. Im Falle „einer Fortsetzung der Aggression“ würden weitere Schritte unternommen, „um den Feind zur Einhaltung seiner Verpflichtungen zu zwingen“.<BR /><BR />Nach der Schließung von Hormuz will das US-Militär weiter die Freiheit der Schifffahrt durchsetzen. Der Schiffsverkehr habe am Samstag zugenommen, „während die US-Streitkräfte in diesem Gebiet weiterhin zur Wahrung der Freiheit der Schifffahrt im Einsatz waren“, teilte das US-Regionalkommando CENTCOM auf X mit.<BR /><BR />55 Schiffe mit unter anderem 17 Millionen Barrel Öl hätten die Meerenge passiert. CENTCOM zufolge ist das Militär weiter vor Ort, um sicherzustellen, dass sämtliche Abmachungen des Rahmenabkommens „eingehalten, befolgt und in vollem Umfang umgesetzt werden.“<BR /><BR />US-Präsident brachte unterdessen die Erhebung von US-Mautgebühren für die Straße von Hormuz ins Gespräch. Während der Waffenruhe mit dem Iran würden in der Straße von Hormuz 60 Tage lang keine Mautgebühren erhoben und auch danach nicht, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social und schränkte zugleich ein: „Es sei denn, sie (die Mautgebühren) werden von den Vereinigten Staaten von Amerika und zu deren Gunsten erhoben, falls die Vereinbarung nicht zustande kommt - und zwar für Dienstleistungen, die sie als “Schutzengel„ der Länder des Nahen Ostens erbracht haben, zum Zwecke der Erstattung von Kosten in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“.<BR /><BR />Der Iran und die USA hatten am Mittwoch ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das eine Waffenruhe in der gesamten Region einschließlich des Libanon vorsieht. Ungeachtet der Vereinbarung setzten die israelische Armee und die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon ihre Gefechte fort.<BR /><BR />Trotz Waffenruhe berichten libanesische Medien über zahlreiche israelische Luftangriffe mit mindestens 35 Toten. Die israelische Armee und die Hisbollah machen sich gegenseitig für die Kämpfe und Verstöße gegen die Feuerpause verantwortlich. Der libanesische Zivilschutz teilte mit, dass allein in der Stadt Nabatieh 16 Leichen geborgen worden seien. Laut Gesundheitsministerium wurden bei einem Luftangriff auf die Stadt Qennarit mindestens sieben Menschen getötet und 13 weitere verletzt.<BR /><BR />Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur NNA wurden bei Angriffen in der Stadt Sohmor vier Menschen getötet, drei weitere in der Stadt Arabsalim, zwei weitere bei einem Drohnenangriff in der Stadt Rihan sowie eine Frau im Gebiet von Tyros. Nach Angaben der libanesischen Armee wurden auch zwei Militärangehörige getötet. Die Armee warf Israel vor, mit ihren Angriffen jede Lösung zu verhindern, die eine Wiederherstellung von Stabilität im Libanon ermöglichen würde. Bereits am Freitag sollen laut Ministerium 83 Menschen bei israelischen Angriffen getötet worden sein. Alle Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.<BR /><BR />Bei Gefechten im Süden des Libanon wurde israelischen Angaben zufolge einer ihrer Soldaten getötet. Der Stabsfeldwebel sei „im Kampf gefallen“, teilte Israels Armee am Samstag mit. Am Freitag waren bereits vier israelische Soldaten bei Zusammenstößen mit der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz getötet worden, die unter anderem im Süden des Libanon agiert.<BR /><BR />Die israelische Armee stellt Berichten zufolge ihre Angriffe im Libanon außerhalb einer von ihr einseitig ausgerufenen „Sicherheitszone“ ein. Israelische Medien berichteten unter Berufung auf das Militär, dass die Streitkräfte damit einer Anweisung der politischen Führung folgten.<BR /><BR />Innerhalb dieser Zone, die sich im Süden an der Grenze Israels befindet, setze das Militär die Einsätze jedoch fort, um unter anderem ein großes Hisbollah-Tunnelsystem zu bekämpfen. Nach Angaben der Armeeführung verbleibt zudem die Option, akute Bedrohungen auch außerhalb des Gebiets anzugreifen.<BR /><BR />Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte die von der Armee errichtete „Sicherheitszone“ als Barriere zwischen der Hisbollah-Miliz im Libanon und den Bürgern und Gemeinden in Nordisrael bezeichnet. Israel werde sich nicht zurückziehen, solange es seine Sicherheitsbedürfnisse erforderten. Die libanesische Regierung stuft das von Israel kontrollierte Areal hingegen als völkerrechtswidrig besetztes Staatsgebiet ein.<BR /><BR />Am Samstag brach ein iranisches Verhandlungsteam Staatsmedien zufolge zu Gesprächen über die Umsetzung des Abkommens mit den USA über ein Kriegsende in die Schweiz auf. Die iranische Nachrichtenagentur IRNA zitierte den iranischen Außenministeriumssprecher Esmaeil Baghaei mit den Worten, die am Samstag abgereiste Delegation werde „die Einhaltung der Verpflichtungen der anderen Seite im Rahmen des Abkommens überwachen und einfordern“.<BR /><BR />„Die andere Seite muss so schnell wie möglich die notwendigen Maßnahmen ergreifen“, sagte Baghaei demnach über die USA. Andernfalls gerate „die gesamte Vereinbarung in Gefahr“. Laut dem iranischen Staatsrundfunk gehören zu der Delegation unter anderem Irans Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammad Baqer Qalibaf und Außenminister Abbas Araqchi.<BR /><BR />In den USA bestieg US-Vizepräsident JD Vance den Flieger. „Ich denke, wir werden hoffentlich Fortschritte in der Atomfrage erzielen und auch in der Frage der Waffenruhe im Libanon vorankommen“, sagte er vor dem Abflug. Er könne nur für ein oder zwei Tage dort sein, danach würden die Gespräche auf anderer Ebene fortgeführt. Wenige Stunden vor dem Abflug hatte noch Unklarheit über den Zeitplan der Reise geherrscht. Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, sowie der US-Sondergesandte Steve Witkoff befinden sich bereits in der Schweiz. „Nach meinem Eindruck, den ich heute Morgen im Gespräch mit Jared und Steve gewonnen habe, laufen die Dinge gut“, meinte Vance.