In Genf gingen Delegationen aus Washington und Teheran indes in die wohl entscheidende Gesprächsrunde.<BR /><BR />Für den Iran verhandelt das Team um Araqchi, für die US-Seite der Sondergesandte Steve Witkoff sowie Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump. Bei den Gesprächen geht es zentral, aber nicht ausschließlich um das umstrittene iranische Atomprogramm. Die USA wollen seit vielen Jahren unter Garantie verhindern, dass die Führung in Teheran Atomwaffen entwickelt. Das iranischen Regime bestreitet entsprechende Absichten, zeigt sich jedoch bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen. Im Gegenzug fordert Teheran die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen.<BR /><BR />Auch der Chef der in Wien ansässigen Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA), Rafael Grossi, ist in die Gespräche involviert. Bilder iranischer Medien zeigten ihn am Donnerstag in der Früh bei einem Treffen mit dem Vermittler, Omans Außenminister Badr al-Busaidi. Wie iranische Medien übereinstimmend berichteten, fuhren später Konvois der US-amerikanischen und iranischen Seite auf das Gelände der Residenz des Oman in Genf. Laut IRNA begannen die Gespräche um 10.00 Uhr.<h3> US-Vorwürfe</h3>Über von den USA eingebrachte Themen abseits des Atomprogramms will die Islamische Republik nicht sprechen – darunter eine Begrenzung ihres Raketenarsenals oder ein Ende der Unterstützung militanter Gruppen wie der Hisbollah im Libanon. US-Außenminister Marco Rubio hatte kurz vor Auftakt der Gespräche behauptet, der Iran versuche, Interkontinentalraketen zu entwickeln. Seinen Angaben nach sollen sich die indirekten Gespräche unter Vermittlung des Golf-Staats Oman jedoch hauptsächlich auf das umstrittene iranische Atomprogramm fokussieren.<BR /><BR />US-Vizepräsident James Vance zufolge gibt es zudem Hinweise darauf, dass der Iran nach den Angriffen Israels und der USA im Juni 2025 sein Atomprogramm wieder aufbaut. „Das Prinzip ist sehr einfach: Der Iran darf keine Atomwaffen haben“, sagte Vance am Mittwoch vor Journalisten. Präsident Donald Trump hatte wiederholt erklärt, die Luftangriffe vorigen Sommer hätten die iranischen Atomanlagen zerstört. Er werde nicht zulassen, dass Teheran das Programm wieder aufnehme.<h3> Iran verweist auf Wort Khameneis</h3>Vor rund einer Woche setzte der US-Präsident der Führung in Teheran ein Ultimatum bis Anfang März. Die USA haben ihre Militärpräsenz in der Region zuletzt massiv ausgebaut.<BR /><BR />Das iranische Regime widersprach kurz vor Beginn der neuen Verhandlungsrunde erneut den Vorwürfen, wonach es vorhabe, Atomwaffen zu entwickeln. Der oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei habe Massenvernichtungswaffen verboten, erklärte Präsident Masoud Pezeshkian. Das bedeute ganz klar, „dass Teheran keine Atomwaffen entwickeln wird“. Khamenei hat bei wichtigen Entscheidungen wie etwa dem Atomprogramm das letzte Wort im Iran. Er verbot die Entwicklung von Atomwaffen per Fatwa (islamisches (Rechts)gutachten) in den frühen Nullerjahren.<BR /><BR />er Iran stellt eine konstruktive Haltung bei den indirekten Gesprächen mit den USA in Aussicht. Sein Land werde „ernsthaft und flexibel“ in die Gespräche gehen, sagt ein Sprecher des iranischen Außenministeriums dem Sender Press TV. Er fügt hinzu, dass sich die Gespräche ausschließlich auf Atom-Themen und die Aufhebung von Sanktionen konzentrieren würden. Den USA geht es allerdings letztlich auch um das iranische Raketenprogramm, das sie als Bedrohung für sich und die Nahost-Region sehen.