Tasnim zufolge wird es erst dann wieder Gespräche zur Beendigung des seit drei Monaten andauernden Iran-Kriegs geben, wenn die Forderungen des Irans erfüllt sind. Dazu gehören ein sofortiges Ende der israelischen Militäreinsätze im Gazastreifen und im Libanon sowie der vollständige Abzug Israels aus den besetzten Gebieten im Libanon.<BR /><BR />Der iranische Außenminister Abbas Araqchi schrieb am Montag auf der Plattform X: „Ein Bruch des Waffenstillstands an einer Front ist ein Bruch an allen Fronten.“ Die USA und Israel seien für die Folgen verantwortlich, erklärte er mit Blick auf die israelischen Einsätze im Libanon.<BR /><BR />Tasnim zufolge haben der Iran und die mit ihm verbündete sogenannte Widerstandsfront - zu der schiitische Gruppen im Jemen, im Libanon und im Irak gehören - zudem Pläne ausgearbeitet, um die für den Welthandel wichtige Straße von Hormuz vollständig zu blockieren und eine weitere Front an der Meerenge Bab al-Mandab vor der Küste des Jemen zu eröffnen. Damit sollten Israel und dessen Unterstützer bestraft werden. Über die Meerenge läuft ein Großteil des Schiffsverkehrs in Richtung Suezkanal.<BR /><BR />Zuvor kam es bereits erneut zu gegenseitigen Brüchen der Waffenruhe. Nach US-Bombardierungen in der südlichen iranischen Provinz Hormuzgan am Wochenende meldeten die iranischen Revolutionsgarden am Morgen einen Vergeltungsschlag. Die mächtige Elitestreitkraft beschoss nach eigenen Angaben einen Stützpunkt, von dem die US-Streitkräfte ihren Angriff geflogen hatten.<BR /><BR />Das US-Regionalkommando CENCOM teilte später mit, dass am Sonntag um 23.00 Uhr US-Ostküstenzeit zwei iranische ballistische Raketen abgefangen worden seien, die amerikanische Streitkräfte in Kuwait im Ziel hatten. Es habe keine Verluste gegeben. Unklar blieb zunächst, ob sich die iranischen Revolutionsgarden und CENTCOM auf denselben Angriff bezogen.<BR /><BR />Das US-Militär hatte eigenen Angaben zufolge zuvor Radar- und Drohnenkontrollzentren im Iran bombardiert, nachdem Teheran zuvor eine amerikanische Drohne abgeschossen haben soll. CENTCOM sprach auf der Plattform X von „Selbstverteidigungsschlägen“. Die US-Drohne vom Typ MQ-1 sei über internationalen Gewässern abgeschossen worden, hieß es weiter.<BR /><BR />Seit Tagen ringen die USA und der Iran um ein Rahmenabkommen zur Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe sowie über weitere Verhandlungen. Dennoch kam es zuletzt erneut zu gegenseitigem Beschuss. Die Sorge vor einer weiteren Eskalation des Iran-Kriegs bleibt daher groß.<BR /><BR />Trump warb unterdessen um Rückendeckung für seine Verhandlungen mit dem Iran. Kritiker forderte der 79-Jährige auf, sich einfach zurückzulehnen und zu entspannen. „Am Ende wird alles gut ausgehen - das tut es immer!“, schrieb der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social.<BR /><BR />In der Früh hatte der Golfstaat Kuwait wegen feindlicher Luftangriffe Alarm ausgelöst. Zur Herkunft der Drohnen und Raketen und den Zielen der Angriffe schwieg die Armee. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, den Anweisungen der Sicherheitsbehörden Folge zu leisten. Wie auch in anderen Golfstaaten unterhält das US-Militär dort Stützpunkte, die nur wenige Hundert Kilometer Luftlinie vom Iran entfernt sind.<BR /><BR />In den sozialen Medien berichteten Nutzer über Raketenbeschuss aus der iranischen Provinz Khuzestan. Ein Video mit einer langen weißen Rauchspur am Himmel nahe der Stadt Omidiyeh soll den Start einer ballistischen Rakete zeigen. Die Echtheit der Aufnahme ließ sich zunächst nicht unabhängig verifizieren.<BR /><BR />Während Irans autoritäre Führung mit den USA über ein Ende des Konflikts verhandelt, bestimmen Zukunftssorgen den Alltag im Iran. Seit Wochen bereits berichten Einwohner von massiven Preissteigerungen, die weite Teile der Gesellschaft treffen. Lebensmittel, Mieten und Preise in Cafés und Restaurants sind in die Höhe geschnellt. Viele Iranerinnen und Iraner haben sich folglich eingeschränkt und kaufen nur noch das Nötigste.<BR /><BR />Irans Außenamtssprecher Esmail Baghaie warf der EU im Zuge der jüngsten Eskalation am Persischen Golf „selektive moralische Empörung“ vor. „Irans Angriffe auf jene Stützpunkte und Einrichtungen, die für rechtswidrige Angriffe auf Iran genutzt werden, stellen eine rechtmäßige Ausübung des Rechts auf Selbstverteidigung dar“, schrieb der Sprecher auf X.<BR /><BR />Am Freitag hatte ein Sprecher des Auswärtigen Diensts der EU iranische Angriffe auf Kuwait verurteilt. Bereits vergangene Woche war der kleine Staat am Persischen Golf Ziel iranischer Drohnen- und Raketenangriffe, die auf US-Stellungen zielten. In einer Mitteilung forderte die EU jedoch alle Seiten dazu auf, internationales Recht zu wahren.<BR /><BR />Der am 28. Februar von den USA und Israel begonnene Krieg hat Tausende Menschen das Leben gekostet, vor allem im Iran und im Libanon. Der Konflikt belastete die Weltwirtschaft schwer und ließ die Energiepreise steigen, nachdem der Iran die Straße von Hormuz, einen wichtigen Seeweg für Öl und Flüssigerdgas, faktisch gesperrt hat.