Samstag, 27. Juli 2019

Irischer Premier: No-Deal-Brexit könnte zu vereinigtem Irland führen

Ein No-Deal-Brexit könnte nach Einschätzung des irischen Premierministers Leo Varadkar letztlich zu einer Wiedervereinigung Irlands und Nordirlands führen.

Der irische Premierminister Leo Varadka.
Der irische Premierminister Leo Varadka. - Foto: © APA/AFP

Wenn Großbritannien ohne Abkommen aus der EU austrete, werde in Nordirland die Zahl der Menschen steigen, die die Zugehörigkeit zum Vereinigten Königreich „in Frage stellen“, sagte Varadkar irischen Medienberichten zufolge am Freitag bei einem Besuch in der irischen Grafschaft Donegal.

Der neue britische Premierminister Boris Johnson hatte das von seiner Vorgängerin Theresa May ausgehandelte Brexit-Abkommen zuvor als „inakzeptabel“ bezeichnet. Für seine Regierung hätten daher nun die Vorbereitungen auf einen ungeregelten EU-Austritt „die höchste Priorität“, sagte Johnson am Donnerstag im britischen Parlament. Ein EU-Austritt ohne Abkommen ist damit wahrscheinlicher geworden.

Mögliche Reaktionen in Irland

Varadkar sagte laut der Zeitung „Irish Independent“ und anderen Medien über die möglichen Reaktionen in Nordirland: „Leute, die man als moderate Nationalisten oder moderate Katholiken beschreiben könnte, die mit dem Status quo mehr oder weniger zufrieden waren, werden sich stärker einem vereinigten Irland zuwenden.“

Johnson hat angekündigt, den Brexit „ohne Wenn und Aber“ bis zum 31. Oktober abzuwickeln. Am Samstag wollte er bei einer Rede in Manchester sein innenpolitisches Regierungsprogramm vorstellen.

apa/afp

stol