Dienstag, 26. November 2019

Irland: Parlament kauft Drucker, der nicht ins Parlament passt

Seit Johannes Gutenberg ist die Druckerpresse ein Sinnbild des menschlichen Einfallsreichtums – aber das war bevor das irische Parlament einen überdimensionierten Drucker bestellte, der nicht ins eigene Parlamentsgebäude passt.

Der Komori-Drucker hat in Irland für viel Unmut gesorgt.
Der Komori-Drucker hat in Irland für viel Unmut gesorgt. - Foto: © komori

Eine Reihe von Enthüllungen zum hochmodernen Drucker der Marke Komori im Wert von 808.000 Euro hat die irischen Beamten in den vergangenen Tagen in Verlegenheit gebracht.

Die Maschine, die 3,1 Meter hoch und 1,9 Meter breit ist, wurde im vergangenen Dezember in Irland angeliefert, erst dann entdeckten die Beamten des Parlaments, dass diese nicht ins Gebäude passte. Der Drucker konnte nicht an den britischen Hersteller zurückgeben werden. So wurde er bis September 2019 in einer Halle untergebracht, wo zusätzliche Lagergebühren anfielen. Im Parlamentsgebäude Kildare House wurden währenddessen Wände eingerissen, um Raum für das Drucker-Monster zu schaffen. Es fielen zusätzliche Kosten über 236.000 Euro an.

Der Drucker ist nun zwar eingebaut, kann aber derzeit nicht genutzt werden: Keiner der Mitarbeiter kann ihn bedienen. Sie fordern eine Schulung und eine Gehaltserhöhung, bevor sie den Drucker in Funktion nehmen, wie die „Irish Times“ berichtete.

Das Fiasko hat zu einem öffentlichen und politischen Aufschrei geführt: Nun soll sich ein Unterausschuss mit dem Fehlkauf beschäftigen.

stol

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