Sonntag, 27. Oktober 2019

IS-Chef Baghdadi wohl getötet

Das US-Militär hat Medienberichten zufolge IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi in Syrien ins Visier genommen und angegriffen. Der Sondereinsatz habe am Samstag im Nordwesten Syriens stattgefunden, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf hochrangige Vertreter des Verteidigungsministeriums. Der Auslandsgeheimdienst CIA habe beim Orten des IS-Führers geholfen.

Es handelt sich bei dem Getöteten mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ um Baghdadi.
Es handelt sich bei dem Getöteten mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ um Baghdadi. - Foto: © APA/afp / -

Das Magazin „Newsweek“ berichtete unter Berufung auf einen Mitarbeiter der US-Armee, Baghdadi sei bei dem streng geheimen Einsatz in der letzten von den Islamisten beherrschten syrischen Hochburg in Idlib getötet worden.

Man habe eine entsprechende Bestätigung aus Syrien erhalten, sagten 2 Vertreter der irakischen Sicherheitskräfte am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters.

Eine endgültige Bestätigung durch DNA-Tests und biometrische Überprüfungen stehe allerdings noch aus, berichtete CNN mit Verweis auf geheime Quellen.

Wollte Familie zur türkischen Grenze bringen

„Unsere Quellen in Syrien haben dem Team des irakischen Geheimdienstes, das nach Bagdadi suchte, bestätigt, dass er zusammen mit seinen Leibwächtern in Idlib getötet wurde“, sagte einer der Insider. Bagdadis Versteck sei entdeckt worden, als er versucht habe, seine Familie aus Idlib heraus zur Grenze zur Türkei zu bringen.

Zuvor hatten 2 ranghohe iranische Insider der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, die Regierung in Teheran sei von Vertretern der syrischen Behörden über den Tod des Irakers Bagdadi unterrichtet worden. Zunächst hatte ein US-Vertreter mitgeteilt, ein Sondereinsatz des US-Militärs am Samstag habe Bagdadi zum Ziel gehabt. Ob er dabei getötet wurde, blieb offen.

Das Weiße Haus hatte zuvor angekündigt, Präsident Donald Trump werde am Sonntagvormittag (Ortszeit, 14.00 Uhr MEZ) ein „bedeutendes Statement“ abgeben. Trump selbst twitterte: „Etwas sehr Bedeutendes hat sich gerade ereignet!“ Einzelheiten dazu wurden aber nicht mitgeteilt.

Selbstmord mit Sprengstoffgürtel

Einem hochrangigen Pentagon-Mitarbeiter zufolge habe es ein kurzes Gefecht gegeben, als die US-Streitkräfte das Gelände betreten hätten, wie „Newsweek“ berichtete. Baghdadi habe sich dann mit einem Sprengstoffgürtel selbst getötet. Familienangehörige seien anwesend gewesen. Kinder seien nicht verletzt worden, aber 2 Frauen Baghdadis seien getötet worden, möglicherweise durch die Explosion des Sprengstoffgürtels.

Der Aufenthaltsort des bereits mehrfach für tot erklärten Baghdadi ist unbekannt. Mit dem von den USA ausgesetzten Kopfgeld von 25 Millionen Dollar (rund 22 Millionen Euro) ist er einer der meistgesuchten Terroristen der Welt. Zuletzt hatte der IS im April ein Video mit Baghdadi verbreitet, in dem er dem Westen mit Angriffen drohte.

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apa/reuters

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