Montag, 13. April 2020

IS in Afghanistan noch immer aktiv

3 Jahre nach dem Abwurf einer „Superbombe“ in Afghanistan reklamiert die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) weiter schwere Anschläge in dem Land am Hindukusch für sich.

Der Islamische Staat scheint in Afghanistan noch nicht vollends beseigt.
Der Islamische Staat scheint in Afghanistan noch nicht vollends beseigt. - Foto: © ANSA
Am 13. April 2017 war in der östlichen Provinz Nangarhar die größte je im Kampf eingesetzte Bombe der US-Streitkräfte auf vermeintliche Stellungen und Höhlen des IS abgeworfen worden.

Zuletzt hat der IS im März einen schweren Anschlag in Kabul gegen religiöse Minderheiten mit Dutzenden Toten für sich in Anspruch genommen. Vor mehr als einer Woche wurde der IS-Anführer in Afghanistan, Aslam Faruki, von Spezialkräften gefasst.

Superbombe gegen IS eingesetzt

Der IS war in Afghanistan Anfang 2015 aufgetaucht und war vor allem
im Grenzgebiet zu Pakistan aktiv. Dort wurde im Krieg gegen die
Terrormiliz auch die Superbombe abgeworfen. Die MOAB, nach ihrem
Kürzel auch „Mother of all Bombs“ („Mutter aller Bomben“) genannt,
kann eine Fläche von mehreren Fußballfeldern verwüsten.

Bis heute ist nicht bekannt, wie viele Menschen damals getötet wurden. Die zivilen Bewohner der Gegend waren evakuiert worden, bevor die mit Hülle 9500 Kilo schwere Bombe aus großer Höhe von einem Flugzeug
abgeworfen und mit Satelliten ins Ziel gesteuert wurde. Ihre Wirkung
beruht darauf, dass die Explosion des Sprengstoffs eine gewaltige
Druckwelle erzeugt.

Noch immer 2500 Kämpfer

Ende 2019 erhoben afghanische Medien Vorwürfe, lokale Bewohner in der Gegend des Abwurfs würden über mysteriöse Hautkrankheiten
klagen. Politiker und Ärzte aus Nangarhar widersprachen den
Berichten in Gesprächen mit der Deutschen Presse-Agentur jedoch.

Die Regierung in Kabul hatte im vergangenen Jahr den militärischen Sieg über die Gruppe erklärt. In einem im Januar veröffentlichten UN-Bericht hieß es, der IS-Ableger habe in Afghanistan noch etwa 2500 Kämpfer.

apa/dpa

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