„Sie haben mehrere von uns niedergemetzelt und gesagt, wir würden nicht der wahren Lehre des Islam folgen“, sagte der überlebende Dschibril Ahmed. Anschließend habe eine rivalisierende Islamistengruppe eingegriffen und sich Kämpfe mit den Lakuwara-Mitgliedern geliefert. Bei den Kämpfen seien viele Zivilisten getötet und andere als Geiseln verschleppt worden, sagten der Augenzeuge und ein örtlicher Beamter. Von dem Angriff war demnach auch das Nachbardorf Binzi betroffen.<BR /><BR />Eine genaue Opferzahl konnten sie nicht nennen. Aus Kreisen der Rettungskräfte hieß es, nach vorläufigen Erkenntnissen gebe es etwa 40 Tote.<BR /><BR />Lakurawa ist eine Gruppe unbekannten Ursprungs. Manche Experten bringen sie mit der Gruppe Islamischer Staat - Provinz Sahel in Verbindung, einem Ableger der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), der in Burkina Faso, Mali und Niger aktiv ist. Ein anderer Bewohner machte Ansaru, eine andere jihadistische Gruppe in der Region, für den Angriff in Dikera verantwortlich. Die nigerianische Regierung und das Militär des westafrikanischen Landes äußerten sich nicht zu dem Angriff.<BR /><BR />In Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, sind seit Jahren islamistische Gruppen aktiv, die immer wieder Zivilisten angreifen und verschleppen, um Lösegeld zu erpressen. So hatte 2014 die Entführung hunderter Schülerinnen aus der Stadt Chibok für Schlagzeilen gesorgt. Zudem gibt es zahlreiche von den Einwohnern als „Banditen“ bezeichnete nicht religiöse Banden, die ebenfalls auf Entführungen sowie auf Schutzgelderpressung setzen.<h3> Angriffe auch in Niger</h3>Im benachbarten Niger - nahe der Grenze zu Nigeria und Benin - haben Bewaffnete offenbar 15 Polizisten getötet. Ein früherer örtlicher Abgeordneter sagte der Nachrichtenagentur AFP am Samstag, die Unbekannten hätten am Freitag eine Polizeiwache in der Nähe von Tessa in der südwestlichen Region Dosso angegriffen. Die Männer seien auf Motorrädern „vermutlich“ aus Nigeria gekommen. Ein Vertreter der örtlichen Behörden bestätigte, dass 15 Menschen getötet worden seien.<BR /><BR />Der Sahel-Staat Niger wird seit einem Putsch im Juli 2023 von einer Militärjunta regiert. Das Land wird seit Jahren von tödlicher Gewalt durch Jihadistengruppen erschüttert, die mit dem Extremistennetzwerk Al-Kaida und der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Verbindung stehen.