Der iranische Chefunterhändler Mohammed Bagher Qalibaf stellte die Verlässlichkeit der US-Regierung infrage. US-Präsident Donald Trump zeigte sich „stinksauer“ auf Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Das Abkommen soll dennoch „in wenigen Stunden“ unterzeichnet werden.<BR /><BR />Ein israelischer Angriff auf Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut am Morgen habe die Unterzeichnung des Abkommens „um ein paar Stunden verzögert“, sagte Trump dem Nachrichtenportal Axios am Sonntag. Die Unterzeichnung werde „in wenigen Stunden“ erfolgen, versicherte der US-Präsident. <h3> „So kann man den diplomatischen Weg nicht fortsetzen“</h3> Israels Militär hatte laut eigenen Angaben Ziele der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Viertel Dahiyeh attackiert. Es gab nach libanesischen Angaben drei Tote. Zuvor hatte die Hisbollah dem israelischen Militär zufolge drei Geschosse auf den Norden Israels abgefeuert und damit eine Waffenruhe verletzt.<BR /><BR />„Wenn Ihr (USA) weder den Willen noch die Fähigkeit habt, Euren Verpflichtungen nachzukommen, dann kann man den diplomatischen Weg auch nicht fortsetzen“, hatte Qalibaf am Sonntag nach den israelischen Angriffen in Beirut auf X erklärt. Der stellvertretende Kommandant der iranischen Streitkräfte, Mohammed Jafar Asadi, kündigte staatlichen Medien zufolge an, das israelische Vorgehen in Beirut werde nicht unbeantwortet bleiben.<BR /><BR />Der Iran pocht bisher darauf, dass der Libanon in ein mögliches Abkommen mit einbezogen wird. Die Regierung in Teheran fordert, Israel müsse seine Angriffe beenden. <BR /><BR />Israel ist nach eigenen Angaben an dem geplanten Abkommen zwischen den USA und dem Iran nicht beteiligt. Der Sender Fox News zitierte einen an den Gesprächen beteiligten Diplomaten mit der Einschätzung, Israel versuche die Bemühungen um eine Einigung zu sabotieren.<BR /><BR />Das Portal „Axios“ zitierte Trump zum Vorgehen Israels mit den Worten: „Das ist so schlimm - ich konnte es nicht fassen. Eine Stunde, bevor wir das Abkommen unterzeichnen sollten.“ <h3> Trump: „Ich war so stinksauer“</h3>Über Netanyahu sagte er weiter: „Warum musste Bibi einen verdammten Angriff starten? Ich war so stinksauer. Ich habe ihn das wissen lassen. Er hat absolut kein Urteilsvermögen.“<BR /><BR />Bereits davor hatte Trump den Gegenangriff Israels im Libanon verurteilt. Der Angriff bei Beirut hätte nicht stattfinden dürfen, „insbesondere an einem besonderen Tag, an dem wir einem Friedensabkommen mit dem Iran so nahe sind“, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. <BR /><BR />Trump schrieb, Israel habe das Recht, sich gegen Bedrohungen zu verteidigen, jedoch sei die Attacke, auf die das Land reagiert habe, bedeutungslos gewesen - niemand sei getötet oder verletzt worden.<BR /><BR />Trump rief zugleich alle Seiten auf, sich zurückzuhalten. Man stehe kurz davor, ein Abkommen mit dem Iran zu schließen, das Frieden für die Region - den Libanon eingeschlossen - bringen würde. Es solle keine Angriffe Israels mehr irgendwo im Libanon geben, schrieb der US-Präsident weiter, und es solle auch keine Angriffe anderer Parteien, einschließlich der Hisbollah, gegen Israel mehr geben.