Betroffen seien die Viertel Burj al-Barajne, Hadath, Haret Hreik und Shiyah. Bewohner sollten sich in entweder in Richtung Osten oder Norden in Sicherheit bringen. Es sei verboten, sich nach Süden zu begeben, hieß es. Es ist das erste Mal, dass das israelische Militär ein Gebiet dieser Größe in der Gegend zu Evakuierungen aufruft. Bisher bezogen sich derartige Aufrufe auf bestimmte Wohnhäuser oder deutlich kleinere Gebiete in den Vororten.<BR /><BR />Die betroffenen Viertel gelten als Hochburg der Hisbollah-Miliz. Sie sind aber auch dicht besiedelte Wohngebiete. Viele Bewohner versuchten panisch, die Viertel per Auto zu verlassen, berichteten Augenzeugen.<BR /><BR />Bei einem israelischen Angriff ist libanesischen Staatsmedien zufolge ein hochrangiger Vertreter der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas im Libanon getötet worden. Wassim Atallah al-Ali und seine Frau seien bei einem Drohnenangriff in einem palästinensischen Flüchtlingslager nahe Tripoli im Norden des Libanons getötet worden, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA am Donnerstag, die al-Ali als einen hochrangigen Hamas-Vertreter bezeichnete.<BR /><BR />Er ist der erste Anführer der islamistischen Palästinenserorganisation, der seit Beginn des Iran-Krieges getötet wurde. Der Iran-Krieg führte zu einer Eskalation des Konfliktes zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon.<BR /><BR />Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete am Donnerstag sechs Tote in zwei Dörfern im Südlibanon durch israelische Angriffe, darunter zwei Kinder. Die mit dem Iran verbündete Hisbollah hatte zuvor nach eigenen Angaben Raketen auf die israelische Region Galiläa abgefeuert. Israel erneuerte daraufhin seinen Evakuierungsaufruf für Zivilisten im Südlibanon.<BR /><BR />Bei den Toten in einem Dorf in der Region Nabatiyeh handelt es sich laut NNA um den Bürgermeister und seine Frau. In einem Nachbardorf wurden demnach bei einem weiteren Luftangriff zwei Kinder und ihre Eltern getötet. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete zudem zwei Tote bei einem Angriff auf ein Fahrzeug nahe der Stadt Sahle im Osten des Landes.<BR /><BR />Die israelische Armee erneuerte am Donnerstag ihren Aufruf an die Bewohner Hunderter Quadratkilometer im Südlibanon, sich wegen militärischer Aktionen in Sicherheit zu bringen. „Dringende Warnung an die Bewohner des Südlibanon: Sie müssen Ihre Evakuierung unverzüglich nördlich des Litani fortsetzen“, erklärte der arabischsprachige israelische Armeesprecher Avichay Adraee im Onlinedienst X mit Blick auf den gleichnamigen Fluss im Südlibanon nahe der israelischen Grenze. Die Warnung betraf auch die Städte Tyros und Bint Jbeil.<BR /><BR />Israels rechtsextremer Finanzminister Bezalel Smotrich drohte indes, die als Dahija bekannten Vororte Beiruts würden schon bald wie die Stadt Khan Younis im Gazastreifen aussehen. Khan Younis und viele weitere Orte in dem Palästinensergebiet wurden im Gaza-Krieg, der auf das Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel folgte, großflächig zerstört.<BR /><BR />„Die jüngsten Angriffe und Evakuierungsbefehle für alle südlichen Vororte von Beirut sowie fast den gesamten Süden des Landes zwingen nun noch mehr Menschen zur Flucht. Es gibt keinen sicheren Ort, an den sie gehen können“, sagte Francesca Quinto, Programmleiterin von Ärzte ohne Grenzen (MSF) im Libanon.<BR /><BR />Für viele Menschen im Südlibanon und anderen Regionen des Landes bedeuten Evakuierungsbefehle, dass sie das Trauma der Vertreibung erneut durchleben müssten. „Familien, die sich langsam von den früheren Kämpfen erholt hatten, werden nun aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Einige sind mit Kindern, älteren Verwandten und kranken Familienmitgliedern auf der Straße gelandet und müssen extrem harte Bedingungen ertragen“, so Quinto weiters.<BR /><BR />Die Teams von Ärzte ohne Grenzen im Iran und im Libanon seien derzeit in Sicherheit, und prüften, wie sie den betroffenen Menschen helfen können, teilte die NGO mit. In beiden Ländern stünden medizinische Hilfsgüter bereit, die jederzeit eingesetzt werden können.<BR /><BR />176 Angehörige des österreichischen Bundesheers sind aktuell im Rahmen der UNO-Friedensmission im Süden des Libanon (UNIFIL) stationiert. Ihre Lage sei unverändert, hieß es am Donnerstag aus dem Verteidigungsministerium auf APA-Anfrage. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) hatte am Mittwoch nach einem Telefonat mit dem Kommandanten des österreichischen Kontingents Major Markus Wappel versichert, dass die Truppe vor Ort wohlauf sei. Derzeit bestehe keine Gefahr für die Soldaten.<BR /><BR />Die Österreicher sind primär für logistische Einsätze wie Transporte, die Bergung und das Instandsetzen von UNO-Fahrzeugen, Treibstoffversorgung und Lagerhaltung zuständig. Der UNO-Sicherheitsrat hatte Ende August beschlossen, dass die UNIFIL-Mission Ende 2026 beendet wird. Die UNO-Blauhelme sollen demnach den Libanon wie von Israel und den USA gefordert im Verlauf des Jahres 2027 verlassen.