Montag, 08. März 2021

Israel startet mit Impfung von palästinensischen Arbeitern

Israel hat offiziell mit Corona-Impfungen von Palästinensern begonnen, die eine Arbeitserlaubnis für Israel und die Siedlungen im Westjordanland besitzen.

In Israel wird fleißig geimpft.
In Israel wird fleißig geimpft. - Foto: © APA (AFP) / HAZEM BADER
Dazu wurden an mehreren Kontrollpunkten Impfstationen errichtet. Die Maßnahme sei „in unserem gemeinsamen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Interesse, da wir in einer einzigen epidemiologischen Region leben“, sagte der Leiter der israelischen Behörde Cogat, Generalmajor Kamil Abu Rukun, laut Mitteilung vom Montag.

Rund 100.000 Palästinenser besitzen eine Arbeitserlaubnis für Israel. Viele von ihnen arbeiten dort auf dem Bau. Impfwillige konnten über ihre israelischen Arbeitgeber Termine vereinbaren.

Im Westjordanland leben etwa 4 Millionen Menschen. Dort hat es bisher nur in sehr geringem Umfang Impfungen gegeben, bestellte Lieferungen trafen bisher nicht ein. Die Verteilung der ersten Dosen durch die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) unter anderem an Fußballer und Minister sorgte für Ärger. In Israel erhielten bisher rund 5 Millionen Menschen eine Erst- und etwa 3,8 Millionen auch eine Zweitimpfung.

Mögliche Lieferungen und Impfungen durch Israel waren in den vergangenen Wochen kontrovers diskutiert worden. Organisationen wie Amnesty International hatten Israel dazu aufgerufen und dies mit dessen Verantwortung als Besatzungsmacht begründet. Die PA hat Israel offiziell nie um Impfstoffe gebeten, sieht es als Besatzungsmacht aber ebenfalls zu Unterstützung verpflichtet.

Die Palästinenser weisen auch darauf hin, dass in den Friedensverträgen mit Israel eine Zusammenarbeit bei der Epidemiebekämpfung festgeschrieben wurde. Gemäß dieser Verträge liegt die Verantwortung für den Gesundheitsbereich allein bei der PA.

apa

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