Unterstützer der Hisbollah-Miliz zogen am Abend und in der Nacht zu Fuß und auf Motorrädern durch die Stadt und riefen Protest-Slogans gegen das Abkommen, wie unter anderem der Fernsehsender LBC International und Augenzeugen berichteten. Straßen seien mit brennenden Reifen blockiert worden.<BR /><BR />Die Hisbollah fühlt sich nicht an das Rahmenabkommen gebunden. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu solle sich nicht darüber freuen, da es der libanesischen Regierung an verfassungsmäßiger Legitimität und Autorität mangele, um dessen Bedingungen durchzusetzen, hatte Hassan Fadlallah, ein Mitglied der Hisbollah-Fraktion im libanesischen Parlament, dem libanesischen Nachrichtenportal Al Mayadeen gesagt. Das Abkommen könne nur durch einen von den USA unterstützten Bürgerkrieg durchgesetzt werden. Die Hisbollah will demnach an ihren Waffen festhalten und sich jeglichen Regierungsmaßnahmen widersetzen, die sich aus dem Abkommen ergeben.<BR /><BR />Netanyahu lobte indes das Rahmenabkommen und bezeichnete es als „schwere Niederlage für den Iran“. Das Wichtigste sei, dass Israel eindeutig an der Sicherheitszone im Südlibanon festhalte, sagte er am Freitag in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video. „Das ist ein großer Erfolg, und wir werden ihn bewahren, solange die Hisbollah nicht entwaffnet ist und solange eine Gefahr für den Staat Israel besteht.“<BR /><BR />Netanyahu zufolge sieht das Abkommen zwei Pilotprojekte vor, in denen libanesische Streitkräfte die Kontrolle in besetzten Gebieten übernehmen sollen. Das US-Militär solle dabei prüfen, ob die Gebiete nicht weiter von der Hisbollah genutzt werden, berichtete das US-Nachrichtenportal „Axios“ unter Berufung auf US-amerikanische und israelische Beamte.<BR /><BR />Wie das US-Außenministerium mitteilte, will es in Abstimmung mit den Vereinten Nationen 100 Millionen Dollar an humanitärer Hilfe bereitstellen. Zudem wolle die US-Regierung den Libanon beim Aufbau schlagkräftiger Streitkräfte unterstützen.<BR /><BR />Der libanesische Präsident Joseph Aoun erklärte dagegen, das Abkommen sei „ein erster Schritt“, um den Menschen im Libanon die Rückkehr „auf ihren vollständig befreiten Boden und in ihre sicherlich wieder aufgebauten Häuser“ zu ermöglichen. Der Libanon werde „die Souveränität über sein Land und sein Volk mit niemanden teilen. “Es wird keine Besatzung, keine Gefangenen, keine Unterordnung und keine Bevormundung mehr geben„, erklärte er.<BR /><BR />Die Botschafterin aus dem Libanon, Nada Hamadeh Moawad, und der Botschafter aus Israel, Yechiel Leiter, hatten zuvor am Freitag das Abkommen im Beisein von Rubio in Washington unterzeichnet. Vertreter der beiden Nachbarländer hatten unter US-Vermittlung zuvor tagelang in Washington verhandelt.<BR /><BR />Zwischen der Hisbollah und Israel gilt seit dem 19. Juni eine Waffenruhe. Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen wurde sie zuletzt von beiden Seiten weitgehend eingehalten.