Nach Angaben der Aktivisten enterten israelische Soldaten „das erste unserer Boote am helllichten Tag“. Die Organisation verlangte sicheres Geleit und forderte Regierungen zum Handeln auf, um „diese illegalen Handlungen oder Piraterie zu stoppen, die darauf abzielen, Israels völkermörderische Belagerung des Gazastreifens aufrechtzuerhalten.“<BR /><BR />Etwa 50 Schiffe waren am Donnerstag in Marmaris im Südwesten der Türkei in See gestochen, um Hilfsgüter an der israelischen Blockade vorbei in den stark zerstörten Gazastreifen zu bringen.<BR /><BR />Israel spricht von einer „Provokation“, an der eine „terroristische Organisation“ beteiligt sei. Im Gazastreifen gebe es genügend Hilfsgüter, die Aktion diene nur der im Gazastreifen regierenden islamistischen Hamas. Nach Angaben des israelischen Außenministeriums wurden seit Oktober mehr als 1,5 Millionen Tonnen humanitäre Hilfe und „tonnenweise“ medizinische Güter in das Palästinensergebiet gebracht.<BR /><BR />Ende April hatten israelische Streitkräfte bereits eine Hilfsflotte in internationalen Gewässern vor Griechenland gestoppt. 175 pro-palästinensische Aktivisten gingen auf der griechischen Insel Kreta an Land. Zwei Aktivisten wurden nach Israel gebracht und dort zehn Tage festgehalten.<BR /><BR />Auch Ende 2025 hatte schon einmal eine Hilfsflotte versucht, in den Gazastreifen zu gelangen. Die Schiffe wurden damals von der israelischen Marine aufgebracht; die Besatzungsmitglieder wurden festgenommen und anschließend ausgewiesen.<BR /><BR />Die militante Palästinenserorganisation Hamas, die weiterhin in Teilen des Gazastreifens das Sagen hat, und ihre Verbündeten hatten mit ihrem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 den Krieg im Gazastreifen ausgelöst. Nach zwei Kriegsjahren trat im Oktober 2025 eine maßgeblich von den USA vermittelte Waffenruhe in Kraft. Israel und die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas werfen sich indes gegenseitig Verstöße gegen das Abkommen vor. Die humanitäre Lage in dem Küstengebiet ist Hilfsorganisationen zufolge weiterhin äußerst prekär.<BR /><BR />An der „Global Sumud Flotilla“ sind auch Aktivisten aus Österreich beteiligt. In einer Aussendung bestätigte „Global Sumud Österreich“ - Sumud ist arabisch und bedeutet „Standhaftigkeit“ - das erneute israelische Vorgehen und verurteilte dieses zugleich. „Die aktuelle Konfrontation ist eine direkte Fortsetzung des rechtswidrigen israelischen Militärangriffs, der erst vor zwei Wochen vor der Küste Kretas stattfand.“<BR /><BR />Der Intervention sei „eine koordinierte, einwöchige Propagandakampagne“ gegen die Hilfsflotte vorangegangen. Dies und die Intervention zielten darauf ab, „aktiv die Zustimmung zur Begehung von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen eine unbewaffnete, gewaltlose zivilgesellschaftliche Mission, bestehend aus Ärzt:innen, Journalist:innen und humanitären Helfer:innen, zu erzeugen“, beklagte „Global Sumud Österreich“. Bei früheren Einsätzen der Gaza-Hilfsflotten waren auch Österreicher von israelischen Sicherheitskräften festgesetzt und vorübergehend nach Israel gebracht worden.<BR /><BR />Auch das türkische Außenministerium verurteilte das aktuelle Vorgehen Israels scharf. Dieses stelle einen neuen „Akt der Piraterie“ dar. Israel müsse die inhaftierten Teilnehmer unverzüglich freilassen. Man werde die notwendigen Maßnahmen ergreifen, damit die eigenen Bürger sicher in ihr Heimatland zurückkehren können, teilte Ankara mit.