Sonntag, 10. November 2019

Israels Präsident verurteilt Drohungen gegen Senatorin Segre

Israels Präsident Reuven Rivlin hat sich über die Drohungen und Hetzkampagnen gegen die italienische Holocaust-Überlebende und Senatorin auf Lebenszeit, Liliana Segre, die diese Woche unter Polizeischutz gestellt wurde, „erschüttert“ erklärt.

Israels Präsident Reuven Rivlin.
Israels Präsident Reuven Rivlin. - Foto: © APA/epa / ABIR SULTAN

„Es gibt keine Worte, um meinen Horror und meine Abscheu für die Tatsache auszudrücken, dass Sie einem derartigen Verhalten ausgeliefert sind“, so Rivlin.

In seinem Schreiben an die 89-jährige Mailänderin, die als 13-Jährige das KZ Auschwitz überlebte, erklärte Rivlin, Segre habe als Holocaust-Überlebende persönlich die „schrecklichen und tragischen Folgen des Antisemitismus“ erlebt, wenn dieser nicht gestoppt werde. „Der Fall Segre ist nur ein weiteres schreckliches Beispiel der Realität der Juden in Europa heute“, so in dem Brief, der von italienischen Medien am Sonntag auszugsweise veröffentlicht wurde.

Rivlin äußerte die Hoffnung, dass Segre, die sich seit den 1990er-Jahren stark engagiert, um die Erinnerung an den Holocaust wach zu halten, weiterhin ihren Einsatz fortsetze. „Gleichberechtigung, Menschenrechte und Toleranz sind Schlüsselwerte des Judentums, ohne die wir wertlos wären“, schrieb der israelische Präsident. Rivlin lud Segre zu einem Besuch nach Israel ein. „Es wäre eine Ehre für mich und für den Staat Israel, Sie in Jerusalem empfangen zu dürfen“, schrieb der israelische Präsident.

Der italienische Senat hatte vor zwei Wochen für die Einsetzung einer Kommission zur Bekämpfung von „Intoleranz, Rassismus, Antisemitismus und Hass“ gestimmt, nachdem die 2018 zur Senatorin auf Lebenszeit ernannten Segre dazu aufgerufen hatte. Salvinis rechtsradikale Lega und andere rechte Parteien enthielten sich der Stimme.

Medien hatten berichtete, dass Segre über Sozialnetzwerke mehr als 200 Hassbotschaften pro Tag erhalte. Daraufhin wurde sie unter Polizeischutz gestellt.

apa