Rund 1,5 Millionen Armenier starben 1915 und 1916 – im Ersten Weltkrieg – nach Forschungen von Historikern durch die systematischen Tötungen im Osmanischen Reich. Die Türkei als Rechtsnachfolgerin weist den Begriff Genozid, also die gezielte Auslöschung des armenischen Volkes mit systematischen Tötungsmethoden, zurück. Zugegeben werden Massaker an 300.000 bis 500.000 Menschen.<h3> Lange Zurückhaltung wegen Beziehungen zur Türkei</h3>Israel hatte eine offizielle Anerkennung lange vermieden. Es gab verschiedene Vorstöße im Parlament, die aber nie in einer formellen Abstimmung endeten.<BR /><BR />Als Grund für die Zurückhaltung galt Rücksichtnahme auf die Beziehungen mit der Türkei. Diese haben sich jedoch in den letzten Jahren immer weiter verschlechtert, vor allem vor dem Hintergrund des israelischen Vorgehens gegenüber den Palästinensern. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warf Israel 2023 einen „Genozid“ (Völkermord) im Gazastreifen vor.<BR /><BR />Der US-Kongress hatte die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkrieges 2019 als Völkermord anerkannt. Bereits im April 2015 hatten alle damals im österreichischen Parlament vertretenen Parteien den Massenmord an Armeniern im Osmanischen Reich als Genozid verurteilt. Damals, hundert Jahre nach dem Massentöten, wurde auf die historische Verantwortung Österreichs verwiesen, war die K. u. k.-Monarchie doch im Ersten Weltkrieg mit dem Osmanischen Reich verbündet.