Montag, 27. Juli 2020

Italien besorgt wegen steigender Ankünfte aus Tunesien

Die italienische Innenministerin Luciana Lamorgese hat sich am Montag bei einem Besuch in Tunis über die steigenden Migrationszahlen aus Tunesien in Richtung Italien besorgt gezeigt. Bei einem Treffen mit dem tunesischen Präsidenten Kais Saied und dem designierten Premier Hichem Mechichi versicherte die Ministerin, dass Italien Tunesien im Kampf gegen irreguläre Migration unterstützen werde.

Innenministerin Luciana Lamorgese (ganz rechts) und der tunesische Präsident Kais Saied.
Innenministerin Luciana Lamorgese (ganz rechts) und der tunesische Präsident Kais Saied. - Foto: © ANSA / Ufficio Stampa
Von den 11.191 Migranten, die bis zum vergangenen Freitag in Italien eingetroffen sind, seien 5.237 aus Tunesien abgefahren. 4.000 davon seien tunesische Staatsbürger, teilte Lamorgese mit. Die Innenministerin beklagte „ungeregelte Migrationsströme“ aus Tunesien, die sich negativ auf die sanitäre und medizinische Versorgungslage in Italien auswirken würden.

Die steigenden Zahlen seien auch ein Grund zur Sorge für die Bevölkerung auf Sizilien und Lampedusa, wo die Migranten untergebracht werden. Die Ministerin bemängelte, dass tunesische Migranten die Flüchtlingseinrichtungen vor Ende der zweiwöchigen Quarantäne, der sie sich unterziehen müssen, verließen.

Präsident Saed versprach intensivere Kontrolle gegen Schlepperbanden. Er hob die engen Beziehungen zwischen Tunesien und Italien hervor, die aufgrund der gemeinsamen Interessen gestärkt werden sollen. Notstandsmaßnahmen allein seien „im Kampf gegen die illegale Migration ungenügend“. Wichtig seien Investitionen in den Herkunftsländern der Geflüchteten.

apa/stol

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