Freitag, 15. Oktober 2021

Green Pass für Arbeitswelt tritt in Kraft

In Italien tritt am Freitag eine umstrittene neue Corona-Regel für Arbeitnehmer in Kraft. Jeder Beschäftigte, sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Bereich, muss dann nachweisen, geimpft, genesen oder negativ getestet zu sein. Nur dann bekommt man einen sogenannten „Grünen Pass“. Ohne diesen Pass darf niemand mehr seinen Arbeitsplatz - etwa in Büros, Fabriken, Geschäften oder öffentlichen Einrichtungen - betreten.

Ohne Green Pass geht ab heute in Italien wenig.
Ohne Green Pass geht ab heute in Italien wenig. - Foto: © shutterstock
Von der Maßnahme sind 23 Millionen Beschäftigte in Italien betroffen. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi hatte das Dekret vor Wochen beschlossen, um mehr Menschen zur Impfung zu bewegen. Rund 85 Prozent der Italiener ab zwölf Jahren sind mindestens einmal geimpft.

In Südtirol hat Landeshauptmann Arno Kompatscher mit 2 Verordnungen die staatlichen Regelungen übernommen. Die Regeln zum Kultur- und Freizeitbereich (Verordnung Nr. 32 vom 9. Oktober) sind bereits seit Montag, 11. Oktober in Kraft. Sie regeln in erster Linie, wie viel Publikum je nach Art der Veranstaltung zugelassen ist (siehe eigene Aussendung).

Die Regeln zur Arbeitswelt (Verordnung Nr. 31 vom 1. Oktober) gelten ab dem heutigen Freitag. Hier eine Übersicht über die wichtigsten Bestimmungen in diesem Bereich.

Gegen den Beschluss Draghis gibt es heftigen Widerstand. Gewerkschaftler und Politiker kritisieren die Maßnahme. In Triest drohen die Arbeiter mit einer Blockade des wichtigen Hafens; im Güterverkehr wird Chaos befürchtet, weil viele Fernfahrer vor allem aus dem Ausland kein notwendiges Corona-Zertifikat haben. Lieferengpässe werden erwartet.

In vielen Städten sind am Freitag Proteste geplant, unter anderem in Rom. Dort gab es erst am vorigen Samstag bei einer Demonstration schwere Krawalle.

Auch in Südtirol sind Proteste angesagt, der Ansturm auf die Testzentren war am Freitag früh groß.

apa/stol