Sonntag, 24. Mai 2015

Italien erinnert an Ersten Weltkrieg – Südtirol verweigert Beflaggung

In Südtirol ist - wie angekündigt - des Kriegseintritts Italiens vor 100 Jahren am Pfingstsonntag ohne die Beflaggung mit der Trikolore gedacht worden.

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Foto: © STOL

Bei Landesgebäuden oder in den Gemeinden wurde auf das Aushängen der italienischen Fahne verzichtet. In Gemeinden mit italienischer Bevölkerungsmehrheit wie etwa in Bozen oder Leifers, wo es am Sonntag zudem Bürgermeisterstichwahlen gab, war die Trikolore auf halbmast.

Landeshauptmann Arno Kompatscher hatte eine Gedenkminute an die Kriegsereignisse angekündigt.

„Der Beginn eines Krieges ist kein Anlass, um zu feiern“, hatte Kompatscher im Vorfeld des Jahrestages erklärt. „Die Sachlage wäre eine andere, wenn wir dazu aufgefordert worden wären, mit Fahnen auf halbmast der Toten und des Leids zu gedenken, die der Erste Weltkrieg in Europa und darüber hinaus verursacht hat“, so Kompatscher.

Die Länder der sogenannten „Europaregion Tirol“ – bestehend aus dem Bundesland Tirol und den beiden Ländern Südtirol und dem Trentino – hatten bereits am Samstag in Innsbruck der Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn am 23. Mai 1915 gedacht.

Papst: Krieg war sinnloses Massaker

Im restlichen Italien hingegen wurde am Sonntag des 100. Jahrestages gedacht. Staatspräsident Sergio Mattarella legte auf der Piazza Venezia in Rom einen Blumenkranz am Grab des Unbekannten Soldaten nieder.

Papst Franziskus nannte den Krieg „ein sinnloses Massaker“ und rief dazu auf, für die Opfer und den Frieden zu beten. 

Am 24. Mai 1915 war das bis dahin neutrale Italien in den Krieg eingetreten. Südtirol wurde nach Kriegsende vom Verlierer Österreich-Ungarn abgetrennt und Italien zugeschlagen.

Im Krieg starben rund 650.000 italienische Soldaten und 600.000 Zivilisten.

dpa/apa

stol