Montag, 25. April 2022

Italien feiert „Tag der Befreiung“ von Faschismus und Nationalsozialismus

Bei Gedenkfeiern anlässlich des 77. Jahrestags der Befreiung Italiens im Zweiten Weltkrieg und zum Ende des Faschismus und Nationalsozialismus ist es Montag in Italien zu mehreren Demonstrationen gekommen. Staatschef Sergio Mattarella legte einen Kranz am „Altar des Vaterlandes“ in Rom nieder, wo der Gefallenen für Freiheit und Frieden gedacht wurde.

Staatspräsident Sergio Mattarella (Mitte) gedenkt der Gefallenen für Frieden und Freiheit. - Foto: © ANSA / CESARE ABBATE

Der Kampf gegen die Nazi-Besatzung bilde das „ethische Fundament“ der italienischen Republik, die aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs entstanden sei, so Mattarella. Der 25. April sei ein Fest der Freiheit und der Hoffnung.

Nach 2 Jahren in Coronamodus wurde der Jahrestag der Befreiung in Rom wieder wie in der Zeit vor der Pandemie gefeiert. Mattarella wurde von hunderten Menschen applaudiert, die auf der zentralen Piazza Venezia der Zeremonie beiwohnten.

Demonstrationen mit zehntausenden Teilnehmern und führenden Politikern sind in mehreren italienischen Städten geplant. Kundgebungen fanden unter anderem in den Ortschaften statt, in denen die deutschen Nazi-Truppen vor der Kapitulation ihre blutigsten Massaker verübt hatten, wie im toskanischen Sant'Anna di Stazzema.

Hier wurde am 12. August 1944 eines der grausamsten Massaker der deutschen Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg verübt. Angehörige der 16. SS-Panzergrenadierdivision brachten dort 560 Menschen um, darunter viele Frauen, Kinder und alte Menschen.

Am „Tag der Befreiung“ am 25. April wird in Italien des Endes der Nazi-Besatzung zwischen 1943 und 1945 gedacht. Italien, das bis 1943 mit Hitler-Deutschland verbündet war, wechselte die Front und zog damit die Rache der Nazis auf sich, die das Land besetzten.

Italienische Partisanen erzwangen den Rückzug der Nationalsozialisten aus Mailand am 25. April 1945. Vier Tage später wurden dort auf dem Piazzale Loreto die Leichen von Diktator Benito Mussolini und seiner Geliebten Clara Petacci kopfüber an einer Tankstelle aufgehängt.

Auch in Südtirol finden jährlich zum „Tag der Befreiung“ einige Veranstaltungen statt.

stol

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