Mittwoch, 05. Januar 2022

Italien führt Impfpflicht für über 50-Jährige ein

Italien führt die COVID-19-Impfung für Menschen ab 50 Jahren verpflichtend ein. Wer sich nicht an die ab 15. Februar geltende Vorschrift hält, riskiert eine Geldstrafe von 600 Euro bis 1500 Euro. Dies beschloss die Regierung am Mittwochabend. Die Impfpflicht soll vorerst bis zum 15. Juni gelten.

Wer sich nicht an die ab 15. Februar geltende Vorschrift hält, riskiert eine Geldstrafe von 600 Euro bis 1500 Euro
Wer sich nicht an die ab 15. Februar geltende Vorschrift hält, riskiert eine Geldstrafe von 600 Euro bis 1500 Euro - Foto: © Shutterstock

3G-Pflicht für Zugang zu Banken, Post und Friseurläden


Pläne des Premiers Mario Draghi eine 2G-Pflicht für den Zugang zu öffentlichen Ämtern, Banken, Posten und Friseurläden scheiterten am Widerstand der Lega und wurden mit einer 3G-Pflicht ersetzt.

Die Regierung hatte die Impfung für Lehrer und Beschäftigte im Gesundheitswesen bereits zur Pflicht gemacht, und seit Oktober müssen alle Arbeitnehmer geimpft sein oder einen negativen Test vorweisen, bevor sie ihren Arbeitsplatz betreten dürfen. Eine Verweigerung führt zur Suspendierung von der Arbeit ohne Bezahlung, aber nicht zur Entlassung.

Die Maßnahmen, die im Kabinett behandelt wurden, hatten innerhalb der Mehrparteien-Koalition von Premier Draghi zu Reibereien geführt. Die Minister der Lega distanzierten sich in einer Erklärung von der Impfvorschrift für über 50-Jährige und bezeichneten sie als „ohne wissenschaftliche Grundlage, wenn man bedenkt, dass die absolute Mehrheit der mit Covid ins Krankenhaus eingelieferten Personen weit über 60 Jahre alt ist“. Danach stimmten sie jedoch trotzdem für die Impfpflicht.





„Die heutigen Maßnahmen zielen darauf ab, den ordnungsgemäßen Betrieb von Krankenhäusern, Schulen und Unternehmen aufrechtzuerhalten. Wir wollen den Anstieg der Infektionskurve verlangsamen und die Italiener, die sich noch nicht geimpft haben, dazu ermutigen, dies zu tun. Wir intervenieren vor allem in den Altersgruppen, die am stärksten von Krankenhausaufenthalten bedroht sind, um den Druck auf die Krankenhäuser zu verringern und Leben zu retten“, sagte Draghi bei der Kabinettsitzung.

Fast 190.000 Neuinfektionen in Italien am Mittwoch

Italien wurde später als mehrere nordeuropäische Länder von der hochansteckenden Omikron-Variante heimgesucht, aber die Zahl der Fälle ist in den letzten Wochen stetig gestiegen, sodass die Krankenhäuser und Intensivstationen zunehmend unter Druck geraten. In den letzten 2 Wochen gab es durchschnittlich mehr als 150 Todesfälle pro Tag, mit 231 Todesfällen am Mittwoch und 259 am Dienstag. Am Mittwoch wurden 189.109 Neuinfektionen registriert, die höchste Zahl in Italien seit Beginn der Pandemie.

So wird in der Schule mit Covid-Fällen umgegangen

Mit dem Erlass ändert die Regierung auch den Umgang mit Covid-Fällen in der Schule. Bei 2 Fällen muss in der Grundschule die ganze Klasse in die Quarantäne. In der Mittel- und Oberstufe bleibt man bei 2 positiv getesteten Kindern in der Klasse, bei 3 Fällen gehen nur die Ungeimpften und diejenigen, die seit mehr als 4 Monaten geimpft sind, in Quarantäne. Bei 4 Fällen muss die ganze Klasse zu Hause bleiben.

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