Samstag, 04. Januar 2020

Italien fürchtet iranische Reaktion nach US-Angriff

Italien fürchtet nach dem US-Angriff im Irak, bei dem der iranische Elitegeneral Qassem Soleimani getötet wurde, die Reaktion aus Teheran und bangt um die Sicherheit seiner Soldaten in der Region.

Der italienische Außenminister Luigi Di Maio zeigte sich wegen der eskalierenden Gewalt im Irak besorgt.
Der italienische Außenminister Luigi Di Maio zeigte sich wegen der eskalierenden Gewalt im Irak besorgt. - Foto: © ANSA / FILIPPO ATTILI/US PALAZZO CHIGI

Die Sicherheitsvorkehrungen für italienische Kontingente im Ausland wurden erhöht, wie aus dem Außenministerium in Rom verlautete.

Di Maio zeigt sich besorgt

Circa 1000 italienische Militärs sind im Libanon stationiert, weitere 300 befinden sich in Libyen und im Irak. Der italienische Außenminister Luigi Di Maio zeigte sich wegen der eskalierenden Gewalt im Irak besorgt und forderte einen Dialog. „Man muss Aktionen verhindern, die gravierende Folgen für die ganze Region haben werden“, wurde er von italienischen Medien zitiert.

„Es bestehen keine Zweifel, dass der Iran auf den Angriff reagieren wird“, und Italien sei besonders gefährdet, kommentierte der frühere Chef des italienischen Heeres, General Vincenzo Camporini.

Salvini dankt Trump


Der Chef der Lega, Matteo Salvini, dankte US-Präsident Donald Trump und den USA für die „Vernichtung eines der gefährlichsten und blutrünstigsten Männer der Welt“. Der Politiker der Regierungspartei Fünf Sterne, Alessandro Di Battista, rief dagegen die italienische Regierung zum Dialog mit dem Iran auf. „Der Iran ist ein Land von wesentlicher Bedeutung für Italien“, sagte Di Battista laut Medienangaben.

USA griffen erneut pro-iranische Schiitenmiliz im Irak an

Einen Tag nach der gezielten Tötung des einflussreichen iranischen Generals Qassem Soleimani sowie des Vizechefs der Volksmobilisationseinheiten - vom Iran unterstützte Schiiten-Milizen im Irak - hat die US-Armee ein weiteres Ziel der pro-iranischen Milizen im Irak angegriffen.

Der Angriff sei am frühen Samstagmorgen nördlich von Bagdad erfolgt und habe sich gegen einen Kommandanten der Milizen gerichtet, berichtete das irakische Staatsfernsehen.

apa