Donnerstag, 07. Mai 2020

Italien: Mafiosi sollen wieder ins Gefängnis

Justizminister Alfonso Bonafede rudert zurück. Nach viel Polemik um seinen umstrittenen Erlass, mit dem einigen kranken inhaftierten Mafiosi angesichts des Coronavirus-Notstands Hausarrest gewährt wurde, prüft der Minister, wie diese Regelung rückgängig zu machen ist.

Justizminister AlfonsoBonafede will seinen Erlass wieder rückgängig machen.
Justizminister AlfonsoBonafede will seinen Erlass wieder rückgängig machen. - Foto: © ANSA / ANGELO CARCONI
Er begründete diesen Schritt damit, dass die Infektionsgefahr in der „Phase 2“ weniger akut sei.

In den vergangenen Tagen hatten mehrere ältere Mafiosi mit Vorerkrankungen das Gefängnis verlassen dürfen und wurden unter Hausarrest gestellt. Die Pläne Bonafedes wurden vom Anti-Mafia-Oberstaatsanwalt Federico Cafiero de Raho begrüßt.

Zumindest die gefährlichsten Mafiosi, die die Haft unter strengster Isolierung verbrachten, sollten wieder in die Strafanstalten zurückgebracht werden, sagte der Staatsanwalt. Wegen des Erlasses zur Freilassung der Mafiosi hatte sich Bonafede (5-Sterne-Bewegung) scharfe Kritik zugezogen.

Seine Partei hatte ihn vor dem Vorwurf verteidigt, dass er sich von Mafiosi habe beeinflussen lassen. Dieser Vorwurf sei unannehmbar, sagte Ex-5-Sterne-Chef Luigi Di Maio.

apa

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