Donnerstag, 30. September 2021

Italien: Migrantenfreundlicher Ex-Bürgermeister verurteilt

Ein Gericht in der süditalienischen Stadt Locri hat am Donnerstag den ehemaligen Bürgermeister des Dorfes Riace in Kalabrien, Domenico „Mimmo“ Lucano, zu 13 Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt.

Der frühere Bürgermeister wurde zu einer Haftstrafe verurteilt.
Der frühere Bürgermeister wurde zu einer Haftstrafe verurteilt. - Foto: © ANSA / Marco Costantino
Ihm wurde unter anderem Begünstigung der illegalen Einwanderung, Korruption, Amtsmissbrauch und Betrug auf Kosten des Staates vorgeworfen.

Das Urteil ist wesentlich strenger als die Forderung der Staatsanwälte, die gegen Lucano eine Haftstrafe von sieben Jahren und elf Monaten Haft gefordert hatten.

Die Ermittler verdächtigten Lucano unter anderem, zusammen mit seiner Partnerin Scheinehen von Migranten mit Einwohnern organisiert zu haben. Als Bürgermeister Riaces galt der 63-jährige Lucano international als Symbol für Toleranz. Er hatte in den vergangenen Jahren in seinem von Entvölkerung geprägten Dorf Hunderte Migranten aufgenommen und in die örtliche Wirtschaft integriert. Der Prozess gegen ihn lief seit über zwei Jahren.

Im Oktober 2018 war Lucano wegen Beihilfe zu illegaler Einwanderung vorübergehend festgenommen worden. Tausende Menschen hatten in Riace, in der süditalienischen Stadt Reggio Calabria und in Rom für die Freilassung Lucanos demonstriert. Der Ex-Bürgermeister hatte stets seine Unschuld beteuert.

Lucanos Schwierigkeiten begannen 2018, als die Polizei von Reggio Calabria eine Kontrolle in seiner Gemeinde anordnete. Festgestellt wurden Unregelmäßigkeiten im Umgang mit öffentlichen Geldern für die Versorgung der in der Gemeinde untergebrachten Migranten. Daraufhin wurde eine Untersuchung der Staatsanwaltschaft der Stadt Locri eingeleitet, die zur Festnahme des Bürgermeisters führte.

apa

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