Kurz nachdem der frühere EU-Kommissar Mario Monti die Regierungsarbeit in Rom übernommen hatte, platzierte der Staat am Montag fünfjährige Bonds im angestrebten Volumen von drei Mrd. Euro. Dafür wurde eine happige Rendite von 6,29 Prozent fällig. Derart teuer war der Schuldendienst für italienische Anleihen dieser Laufzeit seit Einführung des Euro noch nicht.Zum Vergleich: Mitte Oktober wurden bei einer vergleichbaren Auktion lediglich 5,3 Prozent fällig.Der Euro legte nach der Emission nur kurzzeitig zu und bröckelte danach wieder. Dahinter stand ein Wechselbad der Gefühle: An den Märkten überwog zunächst die Erleichterung darüber, dass Italien die Anleihen im gewünschten Umfang an den Investor gebracht hatte. Mit dem Volumen von drei Mrd. Euro wurde sogar das obere Ende der angestrebten Zielmarke für die 1,46-fach überzeichnete Emission erreicht. Danach beschlich die Investoren jedoch wieder die Sorge, dass die Refinanzierungskosten für das Land zu hoch werden könnten. In der Folge zogen die Renditen für zehnjährige Anleihen wieder an – auf 6,6 Prozent. Dabei kommt dem Land bereits seit Monaten die Europäische Zentralbank (EZB) zur Hilfe: Mit Käufen von Anleihen von Euro-Problemstaaten stützt die EZB die Märkte und drückt de facto die Zinskosten der ins Visier der Anleger geratenen Länder. Händlern zufolge griff die Zentralbank auch am Montag mit Käufen italienischer Bonds wieder am Sekundärmarkt zu.Für Ökonom David Schnautz von der Commerzbank ist das Ende der Fahnenstange für Italien am Anleihenmarkt bei einem anhaltend hohen Renditeniveau bald erreicht: „Die Zinsen treiben einem die Tränen in die Augen. Das lässt sich nur für eine überschaubare Zeit durchhalten.“Wegen wachsender Zweifel an der Reformpolitik war Italien zuletzt verstärkt ins Visier der Finanzmärkte geraten. Das Land will unter dem neuen Ministerpräsidenten und ausgewiesenen Finanzfachmann Monti einen politischen Neuanfang nach der von Justiz- und Sexaffären überschatteten Ära des langjährigen Regierungschefs Silvio Berlusconi wagen.Sollten die Investoren jedoch nicht in den kommenden Monaten mehr Vertrauen in Italien fassen, könnten die hohen Zinskosten das Land teuer zu stehen kommen und das Wachstum nachhaltig ausbremsen. Nach Berechnungen der EU-Kommission erhöht ein Zinsanstieg um einen Prozentpunkt die Staatsausgaben in Italien um 0,2 Prozentpunkte des Bruttoinlandsprodukts (BIP). apa/reuters