Montag, 05. Oktober 2020

Italien plant landesweite Maskenpflicht im Freien

Die Corona-Neuinfektionen steigen auch in Italien weiter an. Italiens Regierung plant deshalb nach Medienangaben zum Corona-Schutz die Einführung einer nationalen Maskenpflicht auch im Freien. Nach Berichten vom Montag sollte die vorgesehene Verschärfung der Regeln in Kürze von der Regierung in Rom veröffentlicht werden.

In einigen Regionen herrscht bereits die Maskenpflicht im Freien. Im Bild: Frauen mit Maske am Sonntag in Palermo/Sizilien.
In einigen Regionen herrscht bereits die Maskenpflicht im Freien. Im Bild: Frauen mit Maske am Sonntag in Palermo/Sizilien. - Foto: © ANSA / Igor Petyx
Die Pflicht, überall und zu jeder Zeit in dem Mittelmeerland einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, könnte demnach schon ab Mittwoch gelten. Bisher müssen die Schutzmasken national hauptsächlich in geschlossenen Räumen wie Geschäften und Büros sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln aufgezogen werden.



Gesundheitsminister Roberto Speranza wolle am Dienstag im Parlament in Rom zudem offiziell eine Verlängerung des Corona-Notstandes bis 31. Jänner 2021 vorschlagen, wie unter anderem die Zeitung „Corriere della Sera“ schrieb. Diese Maßnahme gibt der Regierung besondere Vollmachten. Der Notstand läuft bisher am 15. Oktober aus.


Maskenpflicht im Freien bereits in mehreren Regionen

Verschiedene Präsidenten von Regionen haben bereits Verordnungen erlassen, um ihre Bevölkerung zum Tragen eines Mund-Nasenschutzes im Freien aufzufordern.

Seit Samstag gilt etwa in der mittelitalienischen Region Latium mit der Hauptstadt Rom, in den süditalienischen Regionen Kampanien, Kalabrien und Sizilien eine Maskenpflicht auch im Freien. Sandra Zampa, Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, schloss nicht aus, dass die Maßnahme auf ganz Italien ausgedehnt werden könnte. Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Kinder unter 6 Jahren sowie Menschen, die im Freien Sport treiben.


Ein zweiter allgemeiner Lockdown scheint zurzeit ausgeschlossen. Es kann aber sein, sollten die Infektionszahlen weiter steigen, dass in einigen ausgewählten Gebieten wieder Restriktionen hinsichtlich der persönlichen Freiheit verhängt werden. Diskutiert wird ebenfalls eine Schließung der Lokale gegen 22 oder 23 Uhr. Auch hier gibt es aber noch keine definitive Entscheidung.

Liste der Risikogebiete wird aktualisiert

Die Liste der Risikogebiete soll ebenfalls aktualisiert werden. Griechenland soll laut aktuellen Meldungen von der Liste heruntergenommen werden, während Frankreich und Spanien davon nicht entfernt werden.

Auch Veranstaltungen werden ein Thema der Diskussionen sein: Im Freien soll ein Limit von 1000 versammelten Personen, immer den Sicherheitsabstand einhaltend, gelten. Diese Regelung soll auch für den Sport beachtet werden. Bezüglich der Fußballstadien will die Regierung ihre Ansicht nicht ändern und auch dort das Limit von 1000 Personen beibehalten. In geschlossenen Räumen, wie etwa in Kinosälen oder im Theater, dürfen maximal 200 Menschen anwesend sein.

Gezielte Kontrollen sollen in den Städten in den Stunden mit den stärksten Menschenansammlungen durchgeführt werden. „Italien hat die schwierigste Phase des Coronavirus-Notstands überwunden, doch wir dürfen jetzt nicht nachlassen. Die Gefahr ist ansonsten, dass wir die Opfer der vergangenen Monate zunichtemachen“, betonte der italienische Premier Giuseppe Conte laut Medienangaben vom Samstag.

Staatschef Sergio Mattarella zeigte sich besorgt. „Ich kann meine Sorge wegen der zunehmenden Zahl von Infektionen und Todesopfern nicht verbergen“, sagte das Staatsoberhaupt.

stol

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