Freitag, 17. Juli 2020

Italien spricht mit Libyen über Migrantenlager

Wegen wieder steigender Zahlen von Bootsmigranten intensiviert Italien die Kontakte mit Libyen.

Innenministerin Luciana Lamorgese führte am Donnerstag in Tripolis Gespräche mit dem libyschen Regierungschef Fayez al-Sarraj und anderen Kabinettsmitgliedern.
Innenministerin Luciana Lamorgese führte am Donnerstag in Tripolis Gespräche mit dem libyschen Regierungschef Fayez al-Sarraj und anderen Kabinettsmitgliedern. - Foto: © ANSA / ANGELO CARCONI
Innenministerin Luciana Lamorgese führte am Donnerstag in Tripolis Gespräche mit dem libyschen Regierungschef Fayez al-Sarraj und anderen Kabinettsmitgliedern. Im Anschluss erklärte ihr Ministerium, Lamorgese habe die Notwendigkeit der Räumung von Flüchtlingszentren in dem Bürgerkriegsland bekräftigt.

Dafür könnten UN-Organe Hilfestellung leisten. Die Lage von Geflüchteten aus anderen Staaten in den Lagern gilt als höchst prekär. Unlängst hatte auch Papst Franziskus unmenschliche Zustände dort beklagt.

Die Gespräche in Tripolis stünden in engem Zusammenhang mit einer EU-Konferenz mit nordafrikanischen Ländern – darunter Libyen – zur Bekämpfung des Menschenhandels Anfang dieser Woche, erläuterte das Ministerium in Rom.

Außerdem habe Italien über eine Rückkehr italienischer Unternehmen nach Libyen gesprochen. Rom hat als frühere Kolonialmacht und durch die geografische Nähe enge Verbindungen nach Libyen. Italienische Energiefirmen haben dort geschäftliche Interessen.

Das afrikanische Küstenland spielt im Zusammenhang mit der Migration nach Europa eine wichtige Rolle, weil viele Menschen von dort in Boote übers Mittelmeer steigen. Nach einem starken Absinken wegen der Corona-Pandemie begeben sich jetzt wieder mehr Menschen auf die oft gefährliche Fahrt Richtung Europa.

apa/dpa

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