Dienstag, 04. August 2020

Italien stockt Soldaten an Grenze zu Slowenien auf

Angesichts zunehmender Migrationsbewegungen von Slowenien nach Italien hat die italienische Regierung die Entsendung eines zusätzlichen Soldatenkontingents nach Friaul angekündigt. Somit sollen vor allem kleinere Grenzübergänge zwischen Italien und Slowenien in der Provinz Udine kontrolliert werden.

Das Militär soll illegale Migration stoppen.
Das Militär soll illegale Migration stoppen. - Foto: © shutterstock
Angesichts starker Kontrollen an der italienisch-slowenischen Grenze in Triest und Görz (Gorizia) würden immer mehr Migranten mithilfe ukrainischer Schlepper über die weniger bewachten Grenzübergänge in der Provinz Udine Italien erreichen, berichtete die italienische Senatorin Tatjana Rojc, Vertreterin der slowenischen Minderheit im Parlament in Rom, im Gespräch mit der APA.

Die Migranten würden zumeist an Bord von Kleinbussen, Wohnmobilen und in Lkw versteckt Italien erreichen. Wegen der Coronavirus-Pandemie würden die Ankünfte Sorge unter der lokalen Bevölkerung auslösen, berichtete Rojc.

Die Senatorin traf am Dienstag die italienische Innenministerin Luciana Lamorgese, die die Pläne der Regierung zur Aufstockung der Soldaten an der Grenze zu Slowenien bestätigte. Die Regierung beobachte mit „größter Aufmerksamkeit“ die Entwicklungen im Nordosten Italiens, berichtete die Innenministerin. Die italienische Regierung wolle ihre Zusammenarbeit mit Slowenien zur Bekämpfung der Schlepperei stärken.

Die friaulischen Regionalbehörden hatten vergangenen Woche in einem Brief an Premier Giuseppe Conte vor der Gefahr der Verbreitung von Covid-19 in Zusammenhang mit der zunehmenden Zahl von Migranten gewarnt. Angesichts der vielen Opfer, die die Region Friaul zur Eingrenzung der Coronavirus-Pandemie geleistet habe, dürften keine weiteren Infektionsherde wegen Migration aus dem Ausland entstehen, hieß es im Schreiben des friaulischen Präsidenten Massimiliano Fedriga an den Regierungschef.

apa

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