„Ändern muss sich die Wahrnehmung der Märkte, die Italien noch immer mit der Situation in der gesamten Euro-Zone gleichsetzen“, meinte Monti. In Abgrenzung zu Griechenland sprach er von Italien als „sicherem Ort“.Die gesunkenen Zinssätze für kurzfristige italienische Staatsanleihen deutete Monti als erstes Zeichen für Erfolg. Allerdings betonte er auch, dass seine Mission auf keinen Fall bereits erfüllt sei."Hier geht es nicht um Europa gegen Italien"Zum wachsenden, auch gegen Deutschland gerichteten Unmut in seinem Land sagte er: „Die Italiener erbringen die Opfer im nationalen Interesse, hier geht es nicht um Europa gegen Italien.“ Seiner Regierung sei sehr daran gelegen, die öffentliche Stimmung zu beruhigen.Mit Blick auf die desolate Lage in Griechenland sagte der italienische Ministerpräsident, „wir haben natürlich Grund, bis zu einem gewissen Grad enttäuscht zu sein“.Es sei aber fraglich, ob in einem Jahr mehr hätte erreicht werden können. Monti betonte, einen unkontrollierten griechischen Bankrott werde man zu verhindern wissen.Monti verlangt mehr Flexibilität von ItalienernSeine Behauptung, ein fester Arbeitsplatz für das ganze Leben, sei langweilig, hat für Aufregung gesorgt.Ministerpräsident Mario Monti steht zu seinen Aussagen, meint jedoch, sie seien aus dem Kontext gerissen worden.„Ein derartiger Satz kann irreführen, wenn er aus dem Kontext gerissen ist. Ein fester Arbeitsplatz mit Schutz und Stabilität für den Arbeitnehmer ist bestimmt positiv. Ich meinte lediglich, dass Jugendliche sich an den Gedanken gewöhnen müssen, keinen festen Job fürs ganze Leben zu haben, wie es für meine Generation und die davor der Fall war. Ich spreche von einem stabilen Arbeitsplatz mit einem einzigen Arbeitgeber fürs ganze Leben“, sagte Monti in einem Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ (Samstag-Ausgabe).„Die Italiener betrachten Veränderungen oft mit Misstrauen“Die Jugendlichen müssten sich auch daran gewöhnen, Job und Land zu wechseln. „Das darf nicht als negativ betrachtet werden. Die Italiener, auch die Jugendlichen, betrachten oft mit Misstrauen alles, was mit Mobilität und Veränderung zusammenhängt“, erklärte Monti.Die Regierung bemühe sich, Verkrustungen aufzulösen. Einige Berufskategorien seien zu stark geschützt, während viele junge Menschen unsicheren Jobs nachgingen.„Berufe für Jugendliche zu schaffen, ist das Hauptziel der wirtschaftspolitischen Strategie der Regierung“, versicherte der Premier. Montis Modell ist das dänische Wohlfahrtssystem, das Flexibilität mit starken Abfederungsmaßnahmen für jene Bürger vorsieht, die ihren Job verlieren.Der italienische Regierungschef will eine ausgedehnte Arbeitsmarktreform durchpeitschen. Dabei soll auch der starke Kündigungsschutz revidiert werden, der ausländische Unternehmen entmutige, in Italien zu investieren.Monti zeigte sich überzeugt, dass sich nach Ende seiner Amtszeit in Italien vieles gebessert haben werde. „Das politische System wird gemäßigter und ruhiger sein als in den letzten Jahren “, so Monti. Er selbst wolle nach Ende der Legislaturperiode im Frühjahr 2013 nicht mehr neu kandidieren. stol/apa/dpa