Bei einem Treffen in Mailand einigten sich der italienische Innenminister Roberto Maroni und sein französischer Amtskollege Claude Guéant über eine gemeinsame Strategie zur Bekämpfung der illegalen Migration. Die beiden Länder wollen gemeinsam vor der tunesische Küste mit Schiffen und Flugzeugen patrouillieren, um die Massenflucht tunesischer Migranten zu stoppen. Zugleich wollen sie eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur Bestimmung von Initiativen zugunsten der nordafrikanischen Länder einrichten.Italien und Frankreich wollen Druck auf die EU für Programme ausüben, um die tunesischen Migranten in ihre Heimat zurückzubringen. „Zusammen werden wir das Flüchtlingsproblem bewältigen“, versicherte Maroni bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Guéant.Guéant bekräftigte in Mailand, dass tunesische Flüchtlinge, die in Italien eine vorläufige Aufenthaltserlaubnis bekommen haben, ab sofort nur dann nach Frankreich weiterreisen können, wenn sie mehrere Auflagen erfüllen. Demnach müssten Ausländer mit befristeter Aufenthaltserlaubnis künftig auch einen Pass oder eine besondere Reiseerlaubnis vorweisen. Sie müssten außerdem über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, erklärte Gueant.Maroni begrüßte die Einigung mit Frankreich. „Aus einer Krise kann eine starke gemeinsame Initiative entstehen, die eine konkrete Antwort auf die Probleme geben kann, die Italien und Frankreich in punkto Migration bewältigen müssen“, kommentierte Maroni.Inzwischen reißt die Flüchtlingswelle nach Süditalien nicht ab. 40 Tunesier, die an Bord eines Bootes in Richtung Sizilien unterwegs waren, wurden unweit der Insel Pantelleria von einigen Menschenhändlern ins Wasser geworfen. Diese wollten vor der italienischen Küstenwache flüchten, die sie drei Seemeilen vor der Insel gesichtet hatten. Die Migranten konnten gerettet werden, drei Bootsfahrer wurden verhaftet. apa