Samstag, 07. November 2020

Italien verabschiedet neues Stützungspaket

Die italienische Regierung hat in der Nacht auf Samstag ein Hilfspaket für jene Berufsgruppen und Wirtschaftssektoren verabschiedet, die besonders stark von einem am Freitag in Kraft getretenen Teil-Lockdown in mehreren Regionen betroffen sind. Die Maßnahmen stützen vor allem die Gastronomie, die Kultur und den Tourismus.

Die italienische Regierung hat  ein neues Hilfspaket verabschiedet.
Die italienische Regierung hat ein neues Hilfspaket verabschiedet. - Foto: © Shutterstock
Nachdem die Regierung vor 9 Tagen bereits Stützungsmaßnahmen in der Größenordnung von 5 Milliarden Euro gewährt hatte, enthält das neue Paket Hilfen in einem Volumen von 2 Milliarden Euro. Davon sollen unter anderem Museen profitieren. In dem Samstagfrüh verabschiedeten Regierungsdekret sind alle Berufsgruppen aufgelistet, die Zugang zu den Hilfen erhalten. Die Regierung versprach, dass die Gelder rasch ausgeschüttet werden.

Niemand soll im Stich gelassen werden

Das Kabinett werde niemanden im Stich lassen, versicherte Regierungschef Giuseppe Conte. Er gab jedoch zu, dass dem Land weitere harte Monate bevorstehen. Er hoffe, dass die Anti-Covid-Maßnahmen schnell greifen werden, sodass der Konsum zumindest vor den Weihnachtsfeiertagen wieder in Bewegung kommen könne.

Conte wies den Vorwurf zurück, dass seine Regierung zu wenig zur Vorbeugung der zweiten Infektionswelle unternommen habe, wie ihm die Oppositionsparteien vorwerfen. „Die Regierung hat Milliarden in das Schulsystem, in die Universitäten und in die Sicherheit der öffentlichen Verkehrsmittel investiert. Trotz allem müssen wir uns mit einer zweiten Infektionswelle auseinandersetzen. Dies bedeutet, dass wir je nach Region verschiedene Maßnahmen ergreifen müssen, um die Epidemie zu bekämpfen“, erklärte der parteilose Premier.

Nächtliche Ausgangssperre ist in Kraft

Für die 60 Millionen Italiener ist am Freitagabend eine nächtliche Ausgangssperre von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr in Kraft getreten. Für den Weg zur Arbeit oder aus medizinischen Gründen sind Ausnahmen erlaubt. Im ganzen Land sind die Museen zu. Höhere Schulen und Universitäten müssen auf Online-Unterricht umstellen. In vier Regionen – Lombardei, Piemont, Aostatal und Kalabrien – die als Gebiete mit hoher Risikogefahr eingestuft wurden, sind alle Geschäfte geschlossen, mit Ausnahme von Supermärkten und Apotheken.

In Italien sind in den vergangenen 24 Stunden 37.809 Neuinfektionen registriert worden – so viele wie noch nie. Das Gesundheitsministerium meldete zudem weitere 446 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19, womit die Gesamtzahl hier auf 40.638 stieg.

apa

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