Mittwoch, 15. Dezember 2021

Müssen Kinder bei der Einreise nach Südtirol in Quarantäne?

Wer aus einem EU-Land nach Italien und damit auch nach Südtirol einreist, muss ab dem morgigen Donnerstag einen negativen Corona-Test vorweisen. Für Ungeimpfte gilt eine Quarantäne von 5 Tagen. „Was die Kinder anbelangt, so gibt es noch Klärungsbedarf“, sagt Tourismuslandesrat Arnold Schuler.

„Es gibt noch Klärungsbedarf.“
„Es gibt noch Klärungsbedarf.“ - Foto: © Shutterstock / shutterstock
Italien hat mit den steigenden Fällen der Omikron-Variante die Corona-Testpflicht für Einreisende aus dem EU-Ausland eingeführt. Wer nach Italien und damit auch nach Südtirol kommt, muss vor der Abreise aus dem Herkunftsland einen negativen Test auf das Virus gemacht haben. Das gilt für Geimpfte. Ungeimpfte müssten zusätzlich zu einem Test 5 Tage in Quarantäne.





„Ich glaube nicht, dass es eine große Zahl von Stornierungen geben wird“, sagt Schuler zu STOL. Die meisten Südtirol-Urlauber seien nämlich geimpft und würden wohl auch vor einem Corona-Test für Urlaubs-Antritt nicht zurückschrecken.

„Was die Kinder anbelangt, so braucht es noch Klärungsbedarf“, so Schuler. Diese hätten ja noch keine Möglichkeit gehabt, sich impfen zu lassen und müssten demnach 5 Tage lang in Quarantäne gehen müssen, wenn sie in Südtirol ankommen. Am Mittwochvormittag hat es aus Rom aber geheißen, dass Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren in Begleitung von geimpften oder genesenen Eltern nur einen negativen Test bräuchten bei ihrer Einreise.

Mittlerweile könnte diese Ausnahmeregelung aber auf Kinder von bis zu 12 Jahren begrenzt sein. „Das wäre nicht gut“, so Schuler. „Wir stehen daher dauernd in Verhandlungen mit Rom, um eine Klärung zu erreichen.“

Ausnahmezustand verlängert

Der Ministerrat hat am Dienstagnachmittag eine Verordnung gebilligt, um den coronabedingten Ausnahmezustand bis zum 31. März 2022 zu verlängern. Auf dem Ausnahmezustand basieren mehrere Verordnungen für Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.

Der Staat kann auf dieser Grundlage Einsatzkräfte besser koordinieren und bürokratische Hürden umgehen. So kann der für das Impfprogramm zuständige Regierungskommissar Francesco Paolo Figliuolo weiterhin im Amt bleiben und das wissenschaftliche Komitee CTS, das die Regierung im Umgang mit der Pandemie berät, weiterarbeiten. Die Regierung hatte den Notstand erstmals Ende Jänner 2020 ausgerufen, nachdem in Italien der erste Coronavirus-Fall gemeldet worden war. Seither wurde er mehrmals verlängert.

6 Millionen Euro macht die Regierung für Infrastrukturen unter Aufsicht des Verteidigungsministeriums locker, in denen Impfdosen für „nationale Bedürfnisse“ gelagert werden könnten. Dies sei auch in Hinblick auf „weitere künftige Gesundheitsnotstände“ wichtig, hieß es in der Mitteilung der Regierung von Premier Mario Draghi.

Letta: Müssen Lockdown verhindern

Die rechte Oppositionspartei Fratelli d'Italia kritisiert den Ausnahmezustand seit langem. Aus ihrer Sicht wird durch eine Machtfülle der Regierung das Parlament geschwächt. Auch die an der Regierung beteiligte rechte Lega steht einer Verlängerung skeptisch gegenüber und fordert die Aufhebung.

Die Regierung erwiderte, dass die Pandemie noch nicht besiegt worden sei. Diese Ansicht teilt auch Ex-Premier Giuseppe Conte, Chef der mitregierenden Fünf-Sterne-Bewegung. „Es ist (...) klar, dass wir angesichts der epidemiologischen Kurve und einer Variante, die sehr ansteckend zu sein scheint, eine Verlängerung für notwendig halten“, so Conte. Auch Sozialdemokraten-Chef Enrico Letta urgierte eine Verlängerung des Ausnahmezustands. „Wir müssen dafür sorgen, dass wir nicht wieder einen Lockdown ausrufen müssen“, so der Ex-Premier.

apa/stol/dpa