Montag, 07. September 2020

Italien verlängert Maßnahmen

Die Regierung Conte verlängert die zentralen Coronaschutz-Maßnahmen wie Maskenpflicht und Abstandsregeln. Am heutigen Montag ritt ein neues Dekret zur Bekämpfung der Virus-Pandemie in Kraft, das bis 7. Oktober gilt. Viele bisherige Vorschriften galten offiziell nur bis Sonntag.

Wie erwartet unterzeichnete Ministerpräsident Giuseppe Conte das Dekret, das bis 7. Oktober gültig ist.
Wie erwartet unterzeichnete Ministerpräsident Giuseppe Conte das Dekret, das bis 7. Oktober gültig ist. - Foto: © ANSA / PALAZZO CHIGI
Aufrecht bleibt die Pflicht, in öffentlichen Gebäuden und Transportmitteln einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Busse dürfen künftig bis zu 80 Prozent besetzt sein. Menschen sollen überall einen Abstand von mindestens einem Meter halten.

Keine Konzerte, Maskenpflicht von 18 bis 6 Uhr

Größere Ansammlungen sind weiterhin verboten. In Kraft bleiben auch die Beschränkungen für Einreisende aus Kroatien, Griechenland, Spanien und Malta. Sie müssen einen negativen Corona-Test vorweisen.

Außerdem erhält das Verbot von Tanzveranstaltungen und Konzerten aufrecht. Auf Plätzen und an anderen Orten, wo sich abends oft viele Italiener draußen treffen, muss von 18 bis 6 Uhr ebenfalls ein Atemschutz getragen werden. Fußballspiele mit Fans bleiben verboten.

Das neue Dekret wurde am Montag von Premier Giuseppe Conte unterzeichnet und tritt sofort in Kraft.

In Rom hatten am Samstag rund 2000 Menschen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen der Regierung Conte protestiert. Sie sprachen von einer „Gesundheitsdiktatur“ und forderten die Abschaffung einer seit 2017 geltenden Impfpflicht für Schulkinder. An der Demonstration beteiligten sich auch Südtiroler Impfgegner, die 2-sprachige Plakate schwenkten, auf denen „Freiheit“ zu lesen war.

Sie forderten die freie Wahl für Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen oder nicht. Die Demonstranten forderten die Abschaffung der Pflicht für Kinder, Mundschutz in der Schule zu tragen, wenn der Abstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann.

Die Demonstranten selbst trugen weder Mundschutz, noch hielten sie sich an die Abstandsregeln. Regierungsvertreter kritisierten dies scharf. Rufe nach Videoauswertungen und Strafen wurden laut.

Mitte-links-Kandidat bricht bei Liveübertragung zusammen

Der Mitte-links-Kandidat bei den Regionalwahlen in Venetien, Arturo Lorenzoni, der an Covid-19 erkrankt ist, fühlte sich bei einer Liveübertragung per Facebook unwohl und brach zusammen, während er von zu Hause aus an einer Videokonferenz mit Regionenminister Francesco Boccia teilnahm. Die Übertragung wurde unterbrochen.

Lorenzoni hatte angekündigt, dass er wegen seiner Erkrankung unter Heimisolierung stehe, jedoch trotzdem dank Sozialmedien seine Kampagne weiterführen wolle.

Indes ist am Sonntag die Zahl der Infizierten in Italien gesunken. 1297 Neuansteckungen wurden gemeldet nach 1695 am Vortag, hinzu gab es 7 Todesopfer.

Italiens Regierung plant kostenlose Impfungen für Senioren, sollte ein Coronavirus-Impfstoff auf den Markt kommen.

apa

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