Dienstag, 08. September 2020

Italien verschärft Kontrollen an slowenischer Grenze

Angesichts zunehmender Migrationsbewegungen von Slowenien nach Italien hat die italienische Regierung die Entsendung eines zusätzlichen Soldatenkontingents von 375 Militärs nach Friaul angekündigt. Somit sollen vor allem kleinere Grenzübergänge zwischen Italien und Slowenien kontrolliert werden, sagte Innenministerin Luciana Lamorgese bei einem Besuch in Triest.

Innenministerin Luciana Lamorgese kündigte verschärft Kontrollen an slowenischer Grenze an.
Innenministerin Luciana Lamorgese kündigte verschärft Kontrollen an slowenischer Grenze an. - Foto: © ANSA / MATTEO BAZZI / Z57
Die Zusammenarbeit mit Slowenien zur Bekämpfung der irregulären Migration soll gestärkt werden. Gemischte Patrouillen aus Soldaten der beiden Länder, sowie Kontrollen auf den friaulischen Straßen und Autobahnen auf der Suche nach Schleppern sollen ausgedehnt werden, kündigte Lamorgese an. Ankommende Flüchtlinge sollen für die Zeit der Quarantäne in Einrichtungen wie ehemaligen Kasernen untergebracht werden.

Über 3000 Menschen sind laut Regierung in Rom in diesem Jahr über die sogenannte Balkanroute illegal nach Italien eingewandert, im Vergleichszeitraum 2019 waren es 2.100 gewesen. Die Zahl der nach Slowenien abgeschobenen Personen stieg auf 852. „Der Beschluss, die Grenzkontrollen zu Slowenien zu verschärfen, ist darauf zurückzuführen, dass die Schlepper flexibel sind und häufig ihre Routen ändern“, so die Innenministerin.

In Friaul gebe es 21 kleinere Grenzübergänge, die Schlepper nutzen würden, um Migranten nach Italien zu schleusen. Die Menschen würden zumeist an Bord von Kleinbussen, Wohnmobilen und in Lkw versteckt Italien erreichen. Wegen der Coronavirus-Pandemie würde die hohe Zahl von Ankünften Sorge unter der lokalen Bevölkerung auslösen.

Die friaulischen Regionalbehörden hatten im Juli in einem Brief an Premier Giuseppe Conte vor der Gefahr der Verbreitung von Covid-19 in Zusammenhang mit der zunehmenden Zahl von Geflüchteten gewarnt. Die Region Friaul habe in der Coronakrise bereits viele Opfer bringen müssen, es dürften keine weiteren Infektionsherde wegen Migration aus dem Ausland entstehen, hieß es im Schreiben des friaulischen Präsidenten Massimiliano Fedriga an den Regierungschef.

apa