Montag, 02. November 2020

Italien verspricht Corona-Stützungsmaßnahmen

Angesichts der Pläne der italienischen Regierung zur weiteren Verschärfung der Anti-Covid-Maßnahmen hat das Kabinett Arbeitnehmern und Unternehmen zusätzliche Stützungsmaßnahmen versprochen.

Premier Conte will seine Pläne für den „Teil-Lockdown“ vorstellen.
Premier Conte will seine Pläne für den „Teil-Lockdown“ vorstellen. - Foto: © ANSA / Palazzo Chigi/ Filippo Attili
Die Regierung werde niemanden zurücklassen, versicherte der italienische Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri. Zu den prioritären Maßnahmen der Regierung zähle die Verlängerung des Kündigungsverbots für italienische Unternehmen bis Ende März.

Pläne für „Teil-Lockdown

Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte wird am Montag um 12 Uhr vor der Abgeordnetenkammer über seine Pläne zu einem „Teil-Lockdown“ berichten. Städte mit hohen Corona-Zahlen wie Neapel oder Genua könnten zu roten Zonen mit Sperren werden. Reisen zwischen Regionen könnten eingeschränkt und der Schulunterricht verstärkt ins Internet verlegt werden.

Regierung und die Vertreter der Regionen diskutierten über die Möglichkeit eines italienweiten Ausgangsverbots ab 18 Uhr. Einkaufszentren könnten am Wochenende im ganzen Land geschlossen bleiben. Besprochen wurden auch mögliche Bewegungsbeschränkungen für Senioren über 70 Jahren.

Der Regionalpräsident der Lombardei, Attilio Fontana, forderte national einheitliche Anti-Covid-Vorgaben. Es habe keinen Sinn, einen Lockdown nur für Mailand zu verhängen, wo eine hohe Zahl von Ansteckungen gemeldet wurde. „Wenn wir einen Lockdown für Mailand beschließen, erlahmt die ganze Lombardei. Diese Maßnahme wäre nutzlos, da das Coronavirus schon im ganzen Land verbreitet ist“, sagte Fontana bei einem Treffen mit den Vertretern der Regionen.

Was passiert mit den Schulen?

Der Präsenzunterricht in Schulen ist ein weiteres stark umstrittenes Thema. Elternproteste brachen in den vergangenen Tagen in den Regionen Kampanien und Apulien aus, in denen die Schulen geschlossen wurden. Diskutiert wird auch über eine Senkung der Zahl der Passagiere im Nahverkehr.

Innenministerin Luciana Lamorgese verurteilte indes die gewaltsamen Proteste der vergangenen Tage. Unter den Demonstranten seien Vorbestrafte, Hooligans und Rechtsextreme, die „berechtigte“ Proteste gegen die Corona-Maßnahmen ausnutzten. Lamorgese machte „gewaltbereite Randelemente“ für die Ausschreitungen verantwortlich.

Wie berichtet, kommt auch die Südtiroler Landesregierung am Montagvormittag zusammen, um über das weitere Vorgehen in Südtirol zu beraten.

apa/stol

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