Freitag, 04. Januar 2019

Italien will Frauen und Kinder von NGO-Schiffen aufnehmen

Italien ist bereit, Frauen und Kinder an Bord der Schiffe der beiden deutschen NGOs Sea Watch und Sea Eye aufzunehmen, die sich zurzeit in maltesischen Gewässern aufhalten. Das kündigte der italienische Vizepremier und Chef der Regierungspartei Fünf Sterne, Luigi Di Maio, auf Facebook an.

Die Migranten befinden sich seit Tagen an Bord von NGO-Schiffe. - Foto: APA (AFP)
Die Migranten befinden sich seit Tagen an Bord von NGO-Schiffe. - Foto: APA (AFP)

”Malta soll sofort Frauen und Kinder aussteigen lassen und diese nach Italien schicken. Wir werden sie aufnehmen. Wir sind wieder einmal bereit, ganz Europa eine Lehre von Menschlichkeit zu erteilen”, erklärte Di Maio.

Der Vizepremier urgierte eine Reform des Einwanderungssystems der EU: „Dieses Europa funktioniert so nicht, wir werden es bei den nächsten EU-Wahlen ändern. Doch Kinder dürfen nicht den Preis zahlen für ein Europa, das wegschaut, um nicht zu sehen”, erklärte Di Maio.

Die „Sea-Watch 3” hatte am 22. Dezember 32 Flüchtlinge in internationalen Gewässern im Mittelmeer gerettet, darunter drei kleine Kinder, drei unbegleitete Jugendliche und vier Frauen. Das umgerüstete deutsche Forschungsschiff „Professor Albrecht Penck” der deutschen Flüchtlingshilfsorganisation Sea-Eye hatte am Samstag 17 weitere in Seenot geratene Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet.

Die Niederlande erklärten sich am Mittwoch bereit, einen Teil der Flüchtlinge von der „Sea-Watch 3” aufzunehmen. Voraussetzung sei, dass auch andere EU-Staaten Flüchtlinge aufnehmen. Italien bekräftigte seine Absicht, keine Landung in seinen Häfen zuzulassen

apa

stol