Freitag, 26. März 2021

Italien will Mitarbeiter im Gesundheitswesen zur Impfung zwingen

Italien plant die Einführung einer Vorschrift, die das Gesundheitspersonal zur Corona-Impfung zwingen soll. Damit will die Regierung dem Phänomen der Impfverweigerung unter Mitarbeitern des Gesundheitswesens entgegenwirken. Justizministerin Marta Cartabia arbeite an einer dementsprechenden Verordnung, kündigte Premier Mario Draghi bei einer Pressekonferenz am Freitag in Rom an.

Die Regierung will dem Phänomen der Impfverweigerung unter Mitarbeitern des Gesundheitswesens entgegenwirken.
Badge Local
Die Regierung will dem Phänomen der Impfverweigerung unter Mitarbeitern des Gesundheitswesens entgegenwirken. - Foto: © APA/afp / GENT SHKULLAKU
„Die Regierung will eingreifen. Zwar gibt es keinen Impfzwang in Italien, doch es geht nicht, dass nicht geimpftes Personal im Gesundheitswesen mit Kranken in Kontakt kommt“, sagte Draghi. Gesundheitsminister Roberto Speranza meinte, die Regierung wolle zählen, wie viele Mitarbeiter im Gesundheitswesen eine Impfung verweigert haben. Ihre Zahl sei gering, versicherte Speranza.

Für Diskussionen sorgte am Dienstag der Beschluss einer Richterin in Belluno. Sie lehnte den Rekurs von 2 Krankenpflegern und 8 Mitarbeitern eines Altersheims ab. Die Leitung des Altersheims hatte die Mitarbeiter im Februar vom Dienst suspendiert und sie in Zwangsurlaub geschickt, weil sie die Corona-Impfung verweigert hatten. Die Lohnfortzahlung wurde ausgesetzt. Die Richterin lehnte den Antrag mit der Begründung ab, die Gesundheit der Bewohner des Altersheims sei wichtiger als die Impffreiheit.

Wie berichtet, sind es im Südtiroler Sanitätsbereich noch 15 Prozent, die sich ohne triftigen Grund nicht zu einer Impfung angemeldet haben.

apa/stol