Während die Politik den Familienbonus weiter ausbaut, bleibt die große Herausforderung bestehen: Die Hilfe kommt bei vielen Anspruchsberechtigten gar nicht an.<BR /><BR />Italien bietet derzeit erhebliche finanzielle Hilfen für jede neue Geburt. Viele Eltern wissen nicht, dass sie im ersten Lebensjahr eines Kindes staatliche Leistungen im Wert von durchschnittlich 3.540 Euro aktivieren können. Dazu zählen der Bonus für Neugeborene (1.000 Euro einmalig), das einheitliche Kindergeld (durchschnittlich 170 Euro pro Monat) und der Kitabonus (mindestens 1.500 Euro jährlich). Die 3.540 Euro pro Jahr gelten übrigens für jedes Kind – unabhängig davon, ob es das erste, zweite oder dritte ist. Ab dem dritten Kind steigt das einheitliche Kindergeld sogar durch spezifische Zuschläge.<BR /><BR /> <a href="https://familie.provinz.bz.it/de/weitere-familienleistungen-staates" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier alle Infos und Formulare.</a><h3> Landesleistungen für Familien in Südtirol</h3>Zusätzliche regionale und kommunale Zuschüsse können den Betrag weiter erhöhen. In Südtirol gelten ab 1. Jänner 2026 neue Richtlinien für die Landesleistungen für Familien: Das Landeskindergeld wird erhöht, weitere Änderungen betreffen auch das Landesfamiliengeld +.<BR /><BR />Die wesentlichsten Änderungen des Landeskindergeldes umfassen laut Landespresseagentur die Anhebung des ISEE-Schwellenwertes, die Erhöhung der Monatsbeiträge und die Einführung einer zusätzlichen ISEE-Wertklasse. Zudem wurde mehreren Änderungen grünes Licht erteilt, die auch das Landesfamiliengeld betreffen. <BR /><BR />Um die Rückkehr von Familien nach Südtirol zu unterstützen gilt künftig der historische Wohnsitz von 15 Jahren auch ohne Nachweis, seit mindestens einem Jahr den Wohnsitz wieder in Südtirol zu haben, als erfüllt. Bei Zuschüssen für Kinder mit Behinderungen, die in Wohneinrichtungen untergebracht sind werden die bereits ausbezahlten Beträge nicht mehr zurückgefordert, um die Eltern zu entlasten und um mehr Planungssicherheit in Betreuungssituationen zu geben. <BR /><BR />Die Landesleistungen werden künftig im Falle von Adoptionen aus dem Ausland ab der Genehmigung der Einreise ausbezahlt, nicht mehr – wie bisher – ab dem Gerichtsurteil. Dies war auch von den zuständigen Gerichtsstellen vorgeschlagen worden. Das Landesfamiliengeld+ wird künftig auch dann ausbezahlt, wenn beide Elternteile mindestens einen Monat Elternzeit beanspruchen (bisher waren zwei Monate Mindestvoraussetzung). <BR /><BR /> <a href="https://familie.provinz.bz.it/de/finanzielle-leistungen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier alle Details und Formulare.</a><BR /><BR /><BR />Trotz dieser Unterstützung von Staat und Land zeichnet der jüngste Istat-Bericht ein düsteres Bild: 369.000 Geburten im Jahr 2024, fast 5.000 weniger als im Vorjahr. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/neues-geburten-tief-in-italien-nur-suedtirol-bleibt-ausnahme" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(STOL hat berichtet)</a> Die Fertilitätsrate fällt auf 1,19 Kinder pro Frau – der niedrigste Stand seit 15 Jahren. Italien liegt damit voll im europäischen Trend, in dem fast die Hälfte aller Familien nur ein Kind hat.<h3> Vergleich mit anderen europäischen Ländern</h3>Ein Blick ins europäische Ausland zeigt – so „La Repubblica“ – , dass Italien mit seinen Familienleistungen gut dasteht. In Frankreich liegen die monatlichen Zuschüsse zwischen 140 und 200 Euro – allerdings streng an Einkommen und Anzahl der Kinder gekoppelt. Deutschland zahlt 250 Euro Kindergeld pro Monat, bietet aber weder Geburts- noch Kitaboni an. In den Niederlanden erhalten Familien zwischen 230 und 320 Euro pro Quartal, während Schweden mit 125 Euro im Monat zwar weniger auszahlt, dafür aber besonders unkompliziert und automatisch unterstützt. In Spanien existiert kein einheitliches nationales Kindergeld; die Leistungen variieren stark je nach Region und fallen oft niedriger aus.<BR /><BR />Italien baut damit ein zunehmend konkurrenzfähiges Familiensystem auf – doch die Bürokratie bleibt laut Experten die größte Hürde: Viele Familien erhalten die ihnen zustehenden Leistungen nicht oder nur verspätet.<h3> Regierung plant neue Familienoffensive</h3> Vorgesehen sind:<BR /><BR />Erhöhung des „Working Mothers“-Bonus von 40 auf 60 Euro pro Monat für Mütter mit mindestens zwei Kindern.<BR /><BR />Elternurlaub zu 80 Prozent bezahlt für drei Monate – nutzbar innerhalb der ersten sechs Lebensmonate des Kindes.<BR /><BR />Wohnzuschuss für getrennte Eltern mit Wohnproblemen.<BR /><BR />Insgesamt stellt die Regierung 1,6 Milliarden Euro zusätzlich für das neue Familienpaket bereit.