Ziel sei es, die „Freiheit der Schifffahrt“ in der strategisch wichtigen Meerenge zu gewährleisten. Voraussetzung sei eine internationale Mission unter UNO- oder EU-Mandat. Die Regierung in Rom habe bereits entsprechende Vorbereitungen getroffen, sagte Tajani weiter. Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto sei beauftragt worden, die mögliche Beteiligung der Marine an internationalen Einsätzen zu prüfen, die sowohl Minenräumung als auch Schutz der Schifffahrtsrouten umfassen könnten.<h3> Italienische Marine bereits an ähnlichen Einsätzen beteiligt</h3>Die italienische Marine sei bereits an ähnlichen Einsätzen beteiligt, etwa im Roten Meer zum Schutz vor Angriffen der Huthi-Miliz aus dem Jemen. Die italienische Marine sei auch im Rahmen der EU-Mission „Atalanta“ zur Bekämpfung von Piraterie vor der Küste Somalias im Einsatz, erklärte Tajani. Eine konkrete Entsendung von Schiffen sei jedoch erst nach einem wirklich stabilen Waffenstillstand vorgesehen.<BR /><BR />Normalerweise wird etwa ein Fünftel des weltweiten Rohöls und Flüssigerdgases durch die Straße von Hormuz transportiert. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist der Schiffsverkehr durch die Meerenge aber weitgehend zum Erliegen gekommen. In den letzten zwei Monaten sei die Zahl der Schiffe, die die Straße von Hormuz passieren, nach Angaben der Vereinten Nationen um mehr als 95 Prozent zurückgegangen. Die Meerenge ist von enormer Bedeutung für die Weltwirtschaft, vor allem für den Transport von Öl und Gas aus den Staaten des Persischen Golfs. Da kaum noch Schiffe die Straße von Hormuz passieren, sind die Weltmarktpreise für Rohöl und Flüssiggas kräftig gestiegen.<BR /><BR />Derzeit gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe. Aber die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts sind ins Stocken geraten. Die USA fordern vom Iran unter anderem die Herausgabe von hoch angereichertem Uran und den Verzicht darauf, sich Atomwaffen zu verschaffen. Teheran daran zu hindern, eine Atombombe zu bauen, war eines der erklärten Ziele sowohl des aktuellen Kriegs als auch der US-Luftangriffe auf iranische Nuklearanlagen im Juni vergangenen Jahres.