Als Bozens Vizebürgermeister Klaus Ladinser vor 20 Jahren mit Elena Artioli die erste Italienerin auf die Bozner SVP-Gemeindewahlliste holte, um sich den Gemischtsprachigen zu öffnen, ging ein kollektiver Aufschrei durch die Edelweiß-Partei. <BR /><BR />Die „schöne Helene“ spiele im falschen Verein. Die SVP sei eine Minderheitenpartei. 2008 kam aus diesem Grund auch keine Landtagskandidatur Artiolis auf der SVP-Liste zustande. Neuen Schwung um die Debatte um Italiener auf SVP-Listen brachte 2024 der Sieg von Giovanni Seppi in Leifers. Auf der SVP-Liste zog mit Walter Landi ein Italiener in den Stadtrat ein. Das Modell Leifers werde sich bei der Gemeindewahl 2025 aber „nicht spielen“, sagte damals SVP-Sekretär Harald Stauder.<h3> Von einer Kehrtwende keine Spur</h3> Dass die SVP in Bozen und Meran jetzt Italiener auf ihre Liste setzt, ist für ihn keine Kehrtwende. „2020 hatten die Bozner SVP einige Peruanerinnen auf ihrer Liste und ist deshalb auch keine gemischtsprachige Latino-SVP-Partei geworden“, so Stauder. Man sei froh, wenn sich einige Italiener mit den Werten der SVP identifizieren. „Dazu gehört auch der konsequente Minderheitenschutz“, so Stauder.<BR /><BR />„Ich trage die Bozner Linie voll mit“, sagt SVP-Bezirksobmann Luis Walcher. „Auch konservative SVP-Wähler müssen der Wahrheit ins Auge schauen, um der Realität Rechnung zu tragen“, meint der Landesrat. In Bozen leben immer weniger Deutschsprachige. Das Spannungsfeld deutsch-italienisch reiche bis in die Familien.