Mittwoch, 05. Mai 2021

Italienische Partei fordert Festnahme von Südtirol-Aktivisten

Die italienische Rechtspartei Brüder Italiens (Fratelli d'Italia/FdI) hat im Parlament in Rom einen Antrag an die Regierung von Premier Mario Draghi gestellt und die Festnahme ehemaliger Südtirol-Aktivisten urgiert.

Ehemalige Südtirol-Aktivisten sollen festgenommen werden – wenn es nach einer italienischen Rechtspartei geht.
Ehemalige Südtirol-Aktivisten sollen festgenommen werden – wenn es nach einer italienischen Rechtspartei geht. - Foto: © shutterstock
Dies berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Der FdI-Fraktionschef in der Abgeordnetenkammer, Francesco Lollobrigida, fragte, was die italienische Regierung bezüglich der in Österreich und in Deutschland lebenden früheren Südtirol-Aktivisten unternehmen wolle.

Lollobrigida bezog sich auf die Festnahme von ehemaligen italienischen Linksextremisten in Frankreich vergangene Woche. 9 ehemalige Mitglieder der linksextremistischen Terrorgruppe Rote Brigaden, die seit Jahrzehnten in Frankreich lebten, wurden festgenommen. Lollobrigida forderte, „dass alle Ex-Terroristen ihre Strafe absitzen sollen“.

„In Südtirol wurden vom 20. September 1956 bis zum 30. Oktober 1988 361 Anschläge verübt, die insgesamt 21 Tote, davon 15 Angehörige der Ordnungskräfte, und 57 Verletzte verursachten“, betonte der FdI-Parlamentarier.

Staaten haben Auslieferung abgelehnt

„Viele der Terroristen, die für die abscheulichsten Gewaltepisoden verantwortlich sind, die in Südtirol stattgefunden haben und die zum Tod von Carabinieri, Männern in Uniform und Zivilisten geführt haben, sind nie auch nur einen Tag im Gefängnis gesessen und halten sich seit sehr langer Zeit in Österreich und Deutschland auf – Staaten, die ihre Auslieferung immer abgelehnt haben“, kritisierte Lollobrigida.

Der Parlamentarier fragte Premier Draghi, „ob die Regierung es nicht für notwendig hält, neue und einschneidendere Initiativen zu ergreifen, soweit sie in ihrer Zuständigkeit liegen, um sicherzustellen, dass die Verantwortlichen für die kriminellen Handlungen, die Südtirol mit Blut befleckt haben und die in Österreich und Deutschland noch auf freiem Fuß sind, in Italien vor Gericht gestellt werden“, hieß es im Schreiben.

apa/stol