„Wir planen eine internationale Kampagne, um die vom Kabinett Berlusconi vorgesehene Rückkehr zur Atomenergie in Italien zu stoppen. Die Kampagne soll mit Hilfe der Grünen in Österreich, der Schweiz und Frankreich geführt werden. Die österreichischen Grünen bitten wir, sich bei der Regierung in Wien einzuschalten, um auf das Kabinett in Rom gegen Berlusconis Atompläne Druck auszuüben, erklärte der Präsident der italienischen Grünen Angelo Bonelli im Interview. „Das Referendum sollte 2020 stattfinden“ „Die internationale Kampagne gegen Berlusconis Atomkraftpläne soll als Basis für den Beginn einer neuen europäischen Strompolitik dienen, die Atomkraft ablehnt. Zugleich planen wir eine Unterschriftensammlung für ein Referendum in Italien, bei dem sich die Italiener gegen die von Berlusconi geplante Rückkehr zur Atomkraftenergie aussprechen sollen. Das Referendum sollte 2011 stattfinden“, so Bonelli.Nach Angaben der oppositionellen Grünen soll das erste italienische Atomkraftwerk in Chioggia - ca. 30 km Luftlinie von Venedig entfernt - errichtet werden. Der Spatenstich für den Bau des Atomkraftwerks sei bereits vor 2013 geplant. Das AKW soll laut Regierungsplänen bis 2020 in Betrieb gehen. Weitere Atomkraftwerke will die Regierung angeblich in Caorso in der Region Emilia Romagna (auf halber Strecke zwischen Mailand und Bologna), sowie in Montalto di Castro, nördlich von Rom und in Garigliano nahe der kampanischen Stadt Caserta bauen.Erste Protestaktion in Garigliano „Die Regierung Berlusconi will die Liste der zur Errichtung der neuen Atomkraftwerke geplanten Orte erst nach den Regionalwahlen im März veröffentlichen. Sie hat Angst vor Protesten und vor negativen Auswirkungen bei den Regionalwahlen. In Wahrheit hat der halbstaatliche Stromkonzern Enel, der gemeinsam mit der französischen Gesellschaft „Electricite de France“ die Atomkraftwerke bauen soll, bereits in den vergangenen Monaten die Ortschaften ausgewählt, in denen die AKW errichtet werden sollen“, meinte Bonelli.Die erste Protestaktion gegen Berlusconis Atompläne ist am kommenden Samstag in Garigliano geplant. Hier soll ein Meiler neu aktiviert werden, der 1981 außer Betrieb gesetzt worden war. „In Garigliano ist es zwischen 1963 und 1977 zu einigen Unfällen gekommen. Radioaktive Flüssigkeiten wie Cäsium und Kobalt sind ausgetreten. Daraufhin wurde in der Gegend ein Anstieg der Leukämiefälle von 30 Prozent gemeldet. Auch bei den Tieren, vor allem bei den für die Produktion von Mozzarella verwendeten Büffeln, wurden schwere Missbildungen registriert. Mit unserem Protest in Garigliano wollen wir klar machen, dass es keine sicheren Atomkraftwerke gibt“, erklärte Bonelli.apa