Dienstag, 12. April 2022

Italiens Industrielle fordern Preisobergrenze für Gas

Wenn Europa sich dazu nicht entscheidet, sollte in Italien eine Obergrenze für den Großhandelspreis für Gas eingeführt werden. Dies fordert der Chef von Italiens Industriellen, Carlo Bonomi, in einem Interview mit der Tageszeitung „Corriere della Sera“.

Der Chef von Italiens Industriellen, Carlo Bonomi, fordert eine Preisobergrenze für Gas. - Foto: © ANSA / Alessandro Di Marco / Z63

Die Verteidigung der Industrie sei „ein Faktor der nationalen Sicherheit“, da sie Einkommen und Arbeitsplätze schaffe. Die Industriellen schlagen außerdem Entbürokratisierungsmaßnahmen beim Bau von Anlagen für erneuerbare Energien vor, die aufgrund fehlender Genehmigungen stillstehen. Den Unternehmen sollte Teil der aus erneuerbaren Quellen erzeugten Energie vorbehalten werden, der die tatsächlichen Produktionskosten widerspiegelt.

Angesichts der hohen Energiepreise, Engpässen bei den Rohstofflieferungen und der Inflation warnen die italienischen Unternehmer vor einem starken Produktionsrückgang im Industriesystem des Landes. „Wenn es mit uns bergab geht, ist das ein Problem für das ganze Land“, warnte Bonomi.

Produzieren sei wegen der hohen Energiepreise unwirtschaftlich geworden. 16 Prozent der Unternehmen hätten die Produktion reduziert oder eingestellt, geht aus Angaben des Industriellenverbands Confindustria hervor.

Die in dem von der EU finanzierten Wiederaufbauprogramm PNRR enthaltenen Finanzierungen würden laut den italienischen Industriellen nicht mehr ausreichen, um die schwierige Wirtschaftssituation zu bewältigen, die nach Beginn des Ukraine-Konflikts entstanden ist. Italien benötige unter anderem dringend Reformen, um wettbewerbsfähiger zu werden.

apa

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