Freitag, 01. November 2019

Italiens Innenministerin bestreitet Vorwurf der „Migranteninvasion“

Die italienische Innenministerin Luciana Lamorgese weist den Vorwurf von Rechtsparteien zurück, laut denen Italien wieder einer „Migranteninvasion“ ausgesetzt sei, seitdem die zweite Regierung um Premier Giuseppe Conte ohne die Lega im Amt ist.

Luciana Lamorgese weist den Vorwurf zurück.
Luciana Lamorgese weist den Vorwurf zurück. - Foto: © ANSA / MATTEO BAZZI

„Italien ist mit keinerlei Invasion konfrontiert“, so die parteilose Ministerin.
Seit Anfang 2019 sind laut Lamorgese 9.600 Migranten eingetroffen, im Gesamtjahr 2018 seien es 22.000. Seit September seien zwar die Migrantenankünfte in Süditalien wieder gestiegen, dies sei jedoch nicht auf NGOs zurückzuführen.

„2018 sind 6.000 Migranten mit kleineren Booten in Italien eingetroffen, dieses Jahr waren es 7.500. Diese steigende Tendenz ist seit April zu beobachten“, sagte die Ministerin im Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ (Freitagsausgabe).

Verhandlungen mit anderen Mitgliedstaaten der EU

Lamorgese hob die Resultate der Verhandlungen mit den anderen EU-Mitgliedsstaaten in Sachen Migrantenumverteilung hervor. 72 Prozent der über 104 Flüchtlinge, die von dem Rettungsschiff „Ocean Viking“ in Italien an Land gegangen sind, werden von Frankreich und Deutschland aufgenommen. „Damit wird de facto das Vorabkommen von Malta umgesetzt, das bereits Resultate zeigt“, sagte die 66-jährige Ministerin.

Die Regierung Conte bemühe sich um Förderung der Migrantenheimführungen mit der Unterstützung des UN-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR. So seien 25.000 Migranten wieder in die Heimat zurückgekehrt. Der Kampf gegen den Menschenhandel habe hinzu zur Festnahme von 86 Schleppern in diesem Jahr in Italien geführt.

apa